Der starke Auftragseingang ging zudem auf Anstiege bei der Herstellung von Metallerzeugnissen zurück sowie auf mehr Bestellungen für elektronische und optische Erzeugnisse. In der kriselnden Autoindustrie sank der Auftragseingang hingegen um 6,3 Prozent im Monatsvergleich.
«Deutsche Industrie steht vor Aufschwung»
Insgesamt wuchsen die Aufträge für die Industrie aus dem Inland um fast 11 Prozent. Das Plus aus dem Ausland fiel mit 5,6 Prozent schwächer aus - hier wirken sich laut Bundeswirtschaftsministerium die handels- und geopolitischen Risiken aus.
Das Auftragsplus sei einmal mehr der Rüstungsindustrie zu verdanken, schrieb Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der Liechtensteiner VP Bank. Der Bund dürfte seine Bestellungen für Verteidigung zum Jahresende 2025 deutlich erhöht haben. «Die Auftragseingänge machen aus Hoffnungen harte Fakten: Die deutsche Industrie wird in den kommenden Monaten einen Zahn zulegen.»
Lichtblick nach schwerer Krise
Die Krise der deutschen Industrie, die unter dem Zollstreit mit den USA, Konkurrenz aus China und hohen Energiepreisen leidet, ist ein wesentlicher Grund für die Konjunkturflaute in Deutschland. Dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zufolge ist die Produktion 2025 das vierte Jahr in Folge gesunken, vor allem die Autobranche baut Jobs ab.
Dieses Jahr dürfte die Industrie wieder zum Wachstumsträger werden, meint Michael Herzum, Leiter Volkswirtschaft beim Fondsanbieter Union Investment. «Deutschland holt gegenüber den europäischen Nachbarn beim Wachstum auf.»
Stark dürfte die Erholung aber nicht ausfallen: Nach einem Mini-Plus von 0,2 Prozent im vergangenen Jahr soll die Wirtschaft 2026 nach Prognose der Bundesregierung und führender Ökonomen um ein Prozent zulegen. Erst 2027 wird ein spürbarer Aufschwung erwartet.
Auch mahnen Kritiker, dass Staatsausgaben allein keine breite Trendwende tragen. Zurückhaltend gibt sich der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Das Auftragsplus im Dezember dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Industrie unter großen strukturellen Problemen leide, heißt es dort. «Weitere Reformschritte der Regierung sind hier unerlässlich.»