Der Gewinn ist bei Mercedes 2025 erneut eingebrochen. Zölle, Wechselkurseffekte und Probleme in China drücken auf die Geschäfte. Trotzdem will der Autobauer wieder wachsen - aber wie?
Ola Källenius war sichtlich bemüht, Zuversicht und gute Laune auszustrahlen. Ein kurzes lockeres Gespräch mit Analysten, Journalistinnen und Journalisten. Dann musste der Mercedes-Chef auf die Bühne im Sindelfinger Kundenzentrum und bei der Bilanzvorlage einen Spagat bewältigen: einerseits den Gewinneinbruch des vergangenen Geschäftsjahrs zu erklären und andererseits glaubhaft zu versichern, warum es in Zukunft wieder besser werden soll.
Eine seiner zentralen Botschaften lautete, dass Mercedes wieder wachsen wolle. Mittelfristig soll die Pkw-Sparte wieder einen Absatz von rund zwei Millionen Fahrzeugen erzielen. Wann genau dieses Ziel erreicht werden soll, ließ das Unternehmen offen. Es sei jedenfalls nicht 2027 zu erwarten, aber vor dem Ende des Jahrzehnts, sagte Finanzvorstand Harald Wilhelm.
Mittelfristig sollen zwei Millionen Pkw abgesetzt werden
Insgesamt verkaufte Mercedes im vergangenen Jahr etwas mehr als 1,8 Millionen Pkw, was einem Rückgang von neun Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht. In wichtigen chinesischen Markt fiel der Rückgang mit 19 Prozent besonders deutlich aus. Insofern peilt Mercedes für die Zukunft also ein Plus von 200.000 Pkw an, womit der Stuttgarter Autobauer aber unter den Absätzen früherer Jahre bliebe.
Helfen sollen dabei zahlreiche neue Modelle. Mercedes habe eine historische Produkt- und Technologieoffensive gestartet, sagte Källenius. «Wir sind bereit für das Jahr 2026», sagte Källenius laut Mitteilung. Mit einem klaren Plan und sehr wettbewerbsfähigen Produkten treibe Mercedes die Transformation konsequent voran.
Getragen werden soll das Wachstum auch von einem Anstieg von mehr als 15 Prozent im Top-End-Segment, zu dem etwa die hochpreisigen S- und G-Klasse-Autos zählen, die hohe Gewinnspannen abwerfen. Für das Einstiegssegment, in dem traditionell mehr Volumen statt Marge erzielt wird, kündigte Källenius zudem einen Nachfolger für die auslaufende A-Klasse an.
Strategische Fehleinschätzungen
Was die Produkte angeht, räumte Vertriebs-Chef Mathias Geisen Fehler in der Vergangenheit ein. Mercedes habe die Geschwindigkeit überschätzt, wie schnell die Kunden auf E-Autos umsteigen. Auch das Design bei den E-Autos (EQ-Modelle) sei nicht passend gewesen. Entsprechend habe Mercedes seine Strategie angepasst. So werden die neuen Modelle als Verbrenner und E-Auto angeboten. Optisch ähneln die E-Modelle wieder den Verbrennern.
Der Gewinn von Mercedes-Benz ist im vergangenen Jahr um knapp die Hälfte eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sei das Konzernergebnis 2025 um rund 49 Prozent von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro gesunken. Der Umsatz ging um neun Prozent auf 132,2 Milliarden Euro zurück. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern sank um 57 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro.