Hinweis bezog sich auf Silvester
Der Kölner Polizeisprecher Wolfgang Baldes sagte: «Wir haben einen Hinweis bekommen, eine Gefahrensituation rund um den Kölner Dom, möglicherweise auch für den Kölner Dom, der bezog sich auf Silvester.» Er wollte sich nicht zu näheren Details äußern. Man werde auch mit Blick auf weitere verdeckte Ermittlungen derzeit nichts zu den Erkenntnissen sagen.
Zugleich machte die Kölner Polizei deutlich, dass die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen am Dom noch einige Zeit andauern werden. «Man muss jetzt mal schauen, wie schnell wir diesen Hinweis ja tatsächlich verifiziert bekommen. Es ist sicher, solange hier eine Gefahrensituation nicht ausgeschlossen ist, werden wir natürlich diese Maßnahmen weiterführen», sagte Baldes. Der Polizei stünden noch sehr arbeitsreiche Tage bevor.
Appell: Weihnachten dennoch feiern
Nordrhein-Westfalens Innenminister Reul riet trotz der Vorsichtsmaßnahmen, nicht aus Angst vor einem Anschlag auf einen Kirchenbesuch zu Weihnachten zu verzichten. «Unsere Behörden nutzen alle Erkenntnisse, um uns bestmöglich zu schützen. Das zeigen jetzt die Maßnahmen in Köln», unterstrich Reul und fügte hinzu: «Mein Appell: Gehen Sie in die Kirche, feiern Sie das Weihnachtsfest. Angst ist die Währung von Terroristen. Wir dürfen sie nicht zusätzlich aufwerten.»
Kirche und Polizei rieten, angesichts der Kontrollen etwas früher zum Gottesdienst zu kommen. Dompropst Guido Assmann sagte in einem Interview des Domradios, dass er sich die Freude nicht nehmen lasse. «Ich glaube, all denen, die vielleicht eine Drohung aussprechen oder etwas gegen unseren freiheitlichen Staat oder gegen die Religionsfreiheit tun möchten, die würden sagen, «wir haben gewonnen», wenn Angst umgeht.» Er betonte: «Dass wir in einem Rechtsstaat leben, der die Religionsfreiheit schützt, der die Menschen schützt, wenn sie zum Gottesdienst kommen möchten, jeden Menschen schützt, das finde ich ein ganz, ganz hohes Gut. Und das erleben wir hier.»
Reul: «Wir sind nicht schutzlos»
NRW-Innenminister Reul erklärte zum Vorgehen der Sicherheitsbehörden: «Vorsicht ist das Gebot der Stunde. Wir wissen: die Terrorgefahr ist so hoch wie lange nicht mehr und unsere christlichen Feiertagsrituale sind natürlich auch ein Ziel von islamistischen Terroristen», sagte er. «Aber wir sind nicht schutzlos», fügte der CDU-Politiker hinzu.
Ähnlich äußerte sich Bundesinnenministerin Nancy Faeser. «Wir nehmen die islamistische Terrorgefahr sehr ernst und sind äußerst wachsam», sagte sie der Funke Mediengruppe. Die Sicherheitsbehörden hätten die islamistische Szene im Visier und handelten konsequent. «Das zeigen auch die aktuellen Maßnahmen.»
Seit dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel vom 7. Oktober nehmen Befürchtungen zu, dass es auch in Deutschland zu Anschlägen kommen könnte. In Österreich ist die Terrorwarnstufe nach Angaben der dortigen Polizei nach wie vor erhöht. Die zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen dienten der Aufrechterhaltung der allgemeinen Sicherheit in Österreich.