Deutschlands einziges Freibad nur für Frauen - doch Männer-Ausnahme sorgt für Kritik

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Das Lorettobad in Freiburg ist Deutschlands einziges Freibad nur für Frauen. Das Konzept erfreut sich großer Beliebtheit, doch eine Männer-Ausnahme sorgt für Kritik.

Im Freiburger Lorettobad sind "Frauen und Mädchen unter sich" und können Bad und Sonne "geschützt vor männlichen Blicken genießen". Das "Lollo", wie das Bad von Einheimischen liebevoll genannt wird, ist damit laut eigenen Angaben das einzige Freibad Deutschlands mit einem angeschlossenen Damenbad. Im Familienbad ist jeder willkommen, im Damenbad haben alle männlichen Besucher jedoch keinen Zutritt. Das gilt für alle "Herren" ab dem dritten Lebensjahr, heißt es auf der Website des Fördervereins "Freunde des Lorettobades". 

Seit Pfingsten hat die Freibadsaison auch im Damenfreibad wieder begonnen. Das einzigartige Konzept kommt an bei den Besucherinnen. Keine unangenehmen Blicke, keine Sprüche, kein Pfeifen - im Damenbad haben Frauen und Mädchen ihre Ruhe. Und sie können oben ohne schwimmen, wie der SWR kürzlich berichtete.

"Einzigartig": Männer haben in Frauen-Freibad keinen Zutritt

Bereits im Jahr 1841 wurde das Lorettobad eröffnet. Interessant: Damals war es ein reines Männerbad, Frauen durften nicht schwimmen gehen. Kurz vor der Jahrhundertwende wurde dann ein separates Damenbad angebaut, dabei ist es bis heute geblieben. "Das Damenbad ist nicht nur in Freiburg einzigartig und hat eine große Zahl an Stammgästinnen“, erklärt eine Sprecherin der Freiburger Stadtbau GmbH gegenüber dem Münchner Merkur

Frauen schätzen dort laut mehreren Berichten den geschützten Rahmen. Streitpunkt ist aber bereits seit einigen Jahren, dass wegen fehlender weiblicher Fachkräfte teilweise auch Männer als Bademeister eingesetzt werden. Kritikerinnen behaupten, dies stehe im Widerspruch zu dem Konzept des Frauenbads - allerdings gibt es laut den Betreibern keine wirkliche Alternative. Eine Studentin hatte im Jahr 2017 eine Online-Petition gegen männliche Bademeister im Lorettobad gestartet, wovon sich der Verein "Freunde des Lorettobades" indes öffentlich distanzierte. Letztlich verlief sich die Sache und die Petition wurde nicht eingereicht.

Während Betreiber und die meisten Stammgäste in dem vereinzelten Einsatz männlicher Badeaufsichten scheinbar kein oder nur ein geringes Problem sehen, gibt es im Netz doch die ein oder andere kritische Stimme. In den Rezensionen des Bads bei Google (durchschnittlich 3,9 Sterne bei rund 350 Bewertungen) ist etwa zu lesen: "Wie sollen sich Frauen da wohl fühlen ,wenn Männer ( Bademeister ) durchgehend rein und rauskommen?? Das nenne ich provozieren!" In einer weiteren Bewertung heißt es: "Außerdem verstehe ich nicht, warum es als Damen-Schwimmbad bezeichnet wird, obwohl dort ein männlicher Bademeister arbeitet das geht meiner Meinung nach überhaupt nicht und entspricht nicht dem Konzept, das der Name verspricht."

"Unverschämt" oder alternativlos? Lorettobad will Konzept nicht ändern

Eine Nutzerin schilderte zudem, wie ihre Schwester und Freundinnen ihren Badebesuch noch 30 Minuten abbrechen mussten, weil "männliche Bademeister mehrfach den Bereich betraten, was [...] unangenehm war". Männliche Mitarbeiter in dem Frauenfreibad empfindet eine weitere Nutzerin schlicht als "unverschämt". 

Nach Angaben der Sprecherin habe es aber keine umfassende Kritik am Damenbad gegeben. "Das Gegenteil ist eher der Fall", betont sie gegenüber dem Merkur. "Das Lorettobad ist ein wichtiger Baustein der vielseitigen Freiburger Bäderlandschaft und hat eine hohe Wertschätzung in der Stadt. Insofern haben wir auch keinerlei Anzeichen wahrgenommen, an dem Konzept etwas ändern zu müssen."

Übrigens erklärte die Pressesprecherin gegenüber dem Merkur weiter, dass bei Unsicherheiten hinsichtlich des Zugangs für trans- oder nicht-binäre Menschen "auf klare Kommunikation, einen respektvollen Umgang und das Augenmaß unseres Personals vor Ort" gesetzt wird. Sie betont weiter, dass "körperliche oder invasive Kontrollen selbstverständlich nicht" vorgenommen werden und "Einzelfragen diskret und situationsbezogen geklärt" werden.

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Vorschaubild: © Julian Stratenschulte/dpa