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Feuerwerks-Verkauf für Silvester startet - mit deutlichen Warnungen


Autor: Agentur dpa

Berlin, Dienstag, 02. Januar 2024

Das große Abfeuern geht wieder los: Ab heute gibt es Böller und Raketen zu kaufen. Viele freut's - andere fürchten erneute Krawalle.
Silvesternächte sind nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen Großstädten schon länger anstrengend für Polizei und andere Einsatzkräfte.


Händler in Deutschland starten am Donnerstagmorgen (28. Dezember 2023) mit dem Verkauf von Raketen und Böllern für die Silvesternacht. Viele Feiernde dürften es wieder krachen lassen: Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) rechnet in diesem Jahr mit einer ähnlich hohen Nachfrage nach Silvesterfeuerwerk wie im vorigen Jahr. 2022 hatte die Branche einen Rekordumsatz von 180 Millionen Euro erzielt. Der Verkaufsstart für das Silvesterfeuerwerk liegt diesmal einen Tag früher als üblich, weil Silvester auf einen Sonntag fällt.

Wie jedes Jahr gibt es jedoch auch Kritik und Warnungen vor der beliebten Feiertagstradition. Der TÜV-Verband appelliert an die Verbraucher, Böller und Raketen nur bei seriösen Anbietern zu kaufen und die Sicherheitsbestimmungen einzuhalten. "Jeder pyrotechnische Gegenstand kann bei unsachgemäßem Gebrauch zu schweren Verbrennungen oder Verletzungen führen", sagte Hermann Dinkler, Experte für Brand- und Explosionsschutz beim TÜV-Verband. Und: "Generell gilt: Nicht alkoholisiert böllern", warnt der TÜV.

Feuerwerks-Verkauf startet - doch wo darf geböllert werden?

Viele Städte in Deutschland haben wieder Böllerverbotszonen eingerichtet, unter anderem die fränkischen Städte Bamberg, Bayreuth, Nürnberg und Schweinfurt. Unabhängig von Silvester darf das ganze Jahr über keine Pyrotechnik in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern gezündet werden.

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Ärztevertreter, die Gewerkschaft der Polizei, Umwelt- und Tierschützer sowie weitere Organisationen fordern aber ein generelles Anwendungsverbot für Böller und Raketen und verweisen unter anderem auf die Verletzungsgefahr und die Belastung der Krankenhäuser.

Dagegen wandte sich der Deutsche Städte- und Gemeindebund gegen ein generelles Böllerverbot zu Silvester. "Wir sollten nicht immer nur mit Verboten arbeiten, sondern mit Überzeugung", sagte der Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg.

Drohen erneute Krawalle in der Silvesternacht?

Einsatzkräfte warnen hingegen vor möglichen erneuten Angriffen mit Böllern. Um den vergangenen Jahreswechsel randalierten in mehreren Berliner Stadtteilen junge Männer mit Böllern und Raketen. Dabei warfen und schossen sie auch Knallkörper auf Polizisten und Feuerwehrleute. In anderen Großstädten spielten sich ähnliche Szenen ab.

Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser befürchtet zu Silvester gewalttätige Ausschreitungen. "Ich habe die Sorge, dass Silvester wieder ein Tag sein könnte, an dem wir in manchen Städten blinde Wut und sinnlose Gewalt zum Beispiel gegen Polizisten oder Rettungskräfte erleben müssen", sagte die SPD-Politikerin kurz vor Weihnachten. Zugleich äußerte sie die Sorge, dass sich die Krawalle mit den Ausschreitungen radikalisierter Palästinenser mischen könnten.

Käufer von Böllern und Raketen sind jedoch einer Umfrage zufolge nur eine Minderheit der Menschen in Deutschland. Auf die Frage des Meinungsforschungsinstituts Yougov "Haben Sie vor, in diesem Jahr Feuerwerk, also Raketen, Böller etc., für Silvester einzukaufen?" antworteten kurz vor den Feiertagen 18 Prozent mit Ja. Dagegen haben 77 Prozent nicht vor, selbst für das Silvesterfeuerwerk einzukaufen. Am größten ist das Interesse in der jüngsten Befragtengruppe der 18- bis 24-Jährigen: Hier sagten 33 Prozent, in diesem Jahr Feuerwerkskörper für Silvester kaufen zu wollen.