Eine Überraschung wie 2021? Die Lage vor der Wahl in Sachsen-Anhalt
Autor: Agentur dpa
Magdeburg, Samstag, 05. Sept. 2026
Viele Menschen sind noch unentschlossen, wem sie am Sonntag bei der Wahl in Sachsen-Anhalt ihre Stimme geben sollen. Zahlreiche Bündnisse haben Demonstrationen angekündigt.
Am Wahlwochenende werden in Sachsen-Anhalt mehrere tausend Menschen zu Demonstrationen und Kundgebungen erwartet. Nach Polizeiangaben sind ein Dutzend Veranstaltungen in der Landeshauptstadt Magdeburg und mehrere Kundgebungen für Demokratie in Halle (Saale) angemeldet.
Die größte findet ab heute Nachmittag (5. September) auf dem Magdeburger Domplatz statt: Hier erwartet ein Bündnis aus Gewerkschaften und Zivilgesellschaft rund 8000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Daneben begeht die in Umfragen haushoch vor der CDU führende und auf eine Alleinregierung hoffende AfD ihren offiziellen Wahlkampfabschluss.
Viertel der Menschen in Sachsen-Anhalt bei Wahlentscheidung noch unsicher
Bei der Wahl des neuen Landtags am Sonntag dürfte die erst vor 13 Jahren gegründete AfD aller Voraussicht nach mit Abstand stärkste Kraft werden. Die Frage ist, ob ihr Sieg deutlich genug ausfällt, dass erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg eine Rechtsaußen-Partei und im Falle Sachsen-Anhalts gesichert rechtsextreme Partei in einem deutschen Bundesland an die Macht kommt.
Die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lag in Umfragen der vergangenen Monate in Sachsen-Anhalt weit vorn. Zuletzt kam die Partei in einer Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen auf 41 Prozent. Die CDU, die seit 24 Jahren den Ministerpräsidenten in Magdeburg stellt und mit Amtsinhaber Sven Schulze ins Rennen geht, lag in der vom ZDF in Auftrag gegebenen Umfrage mit 23 Prozent an zweiter Stelle.
Drittstärkste Kraft blieb die Linke mit 11,5 Prozent. Auch die SPD (8,5 Prozent) und die Grünen (6 Prozent) würden es den Zahlen nach ins Parlament schaffen. Das BSW hingegen dürfte demnach knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, die FDP aus dem Landtag fliegen. Allerdings zeigte sich rund ein Viertel der Befragten noch unsicher, ob beziehungsweise wen sie wählen werden.
Bildung von Mehrheiten in Sachsen-Anhalt wird wohl schwierig
Sollte die AfD eine absolute Mehrheit bekommen, könnte sie allein regieren. Danach sieht es nach den neuesten Umfragen aber eher nicht aus. Zudem hat Spitzenkandidat Siegmund erklärt, er wolle sich nur bei einer "stabilen (eigenen) Mehrheit" im Landtag zum Ministerpräsidenten wählen lassen. Das zweite, den Erhebungen zufolge wahrscheinlichere Szenario, ist ein Ergebnis, bei dem die AfD als Wahlsieger auf Bündnispartner angewiesen wäre – die es im künftigen Landtag eher nicht geben dürfte.
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