Die jüngsten Ausfuhrzahlen machen der Exportnation Deutschland etwas Hoffnung, doch die Industrieproduktion kommt nicht in Schwung. Und die Folgen des Iran-Krieges könnten noch lange belasten.
Hoffnungsschimmer für den Export, aber enttäuschende Februar-Bilanz der Industrie: Der erhoffte Aufschwung der Exportnation Deutschland nach drei mageren Konjunkturjahren kommt nicht in Schwung. Es bleibt schwierig für Europas größte Volkswirtschaft, denn der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs ist nicht verdaut. Und ob die kurz nach Ostern von den USA und Iran verkündete Waffenruhe in eine dauerhafte Lösung des Nahost-Konflikts mündet, muss sich erst noch zeigen.
Die weitere konjunkturelle Entwicklung hänge «entscheidend vom Fortgang der Konfliktsituation im Nahen Osten» ab, fasst das Bundeswirtschaftsministerium die Lage zusammen. Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) rechnet damit, dass die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges, der am 28. Februar begonnen hatte, für den europäischen Groß- und Außenhandel noch längere Zeit spürbar bleiben werden.
«Wir dürfen uns hier nichts vormachen: Das ist keine Trendwende, sondern bestenfalls eine Atempause», sagt BGA-Präsident Dirk Jandura. Auch die positiven Februarzahlen dürften «nicht darüber hinwegtäuschen, dass der deutsche Außenhandel auf einem zunehmend fragilen Fundament steht – und das bereits vor der jüngsten geopolitischen Eskalation im Iran».
Aufatmen für Exporteure
Immerhin haben Deutschlands Exporteure nach dem Dämpfer zu Jahresbeginn im Februar wieder bessere Geschäfte gemacht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden in dem Monat Waren «Made in Germany» im Gesamtwert von 135,2 Milliarden Euro ins Ausland verkauft und damit 3,6 Prozent mehr als im Januar des laufenden Jahres. Auch im Vergleich zum Februar 2025 gab es ein Plus, wie die Wiesbadener Statistiker mitteilten: Die Ausfuhren lagen anhand vorläufiger Daten 2,9 Prozent höher.
Während jedoch die Geschäfte mit den Partnerländern der Europäischen Union von Januar auf Februar kalender- und saisonbereinigt zulegten, gab es sowohl auf dem besonders wichtigen US-Markt als auch im Handel mit China Rückschläge. Zwar gingen auch im Februar die meisten deutschen Exporte in die Vereinigten Staaten, allerdings war deren Wert mit 12,2 Milliarden Euro 7,5 Prozent niedriger als im Januar 2026 und sogar 13,3 Prozent geringer als im Vorjahresmonat.
«Wenn die Ausfuhren in den wichtigsten Abnehmerstaat deutscher Güter rückläufig sind, ist dies jedenfalls kein gutes Signal», kommentierte der Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank, Thomas Gitzel. Insgesamt kämen vom Außenhandel bislang «keine nennenswerten Impulse».
Da im Februar auch die Einfuhren nach Deutschland kräftig zulegten - binnen Monatsfrist gab es ein Import-Plus von 4,7 Prozent auf 115,4 Milliarden Euro - ging der Handelsbilanzüberschuss im Vergleich zum Januar etwas zurück.