Deutschland
Sexismus-Debatte

Der nächste Skandal-Song startet durch: Ist "Olivia" die neue "Layla"?

Die Debatte um sexistische Passagen in Ballermannhits scheint nicht abzureißen. Nachdem die Stadt Würzburg mit ihrem Layla "Verbot" eine nationale Diskussion ausgelöst hatte, steht bereits der nächste Song in den Startlöchern. Die Interpreten "Die Zipfelbuben" bestreiten jedoch, auf den "Layla"-Zug aufspringen zu wollen.
Partylied "Layla" sorgt für Debatten
Nach der Debatte um "Laylas" steht bereits ein neuer Ballermannhit in den Startlöchern, mit einem ähnlich sexistischen Text. Foto: Jens Kalaene (ZB)/dpa

Der Ballermannhit "Layla" von DJ Robin & Schürze steht seit Wochen auf Platz eins der deutschen Single-Charts und erhitzt mit seinem in Teilen sexistischen Text weit die Gemüter.

Nachdem die Stadt Würzburg Anfang Juli angekündigt hatte, als Veranstalter des Kiliani Volksfestes auf das Lied verzichten zu wollen und das ungeschickt als "Verbot" bezeichnete, nahm die Diskussion um den Song und mögliche tatsächliche Verbote erst richtig Fahrt auf. Dass es sich dabei seitens der Stadt Würzburg nicht wirklich um ein Verbot handelte, sondern das Lied im übertragenen Sinne vom Partyveranstalter aus der Playlist genommen wurde, spielt in der aktuellen Diskussion so gut wie keine Rolle mehr. 

"Olivia" von "Die Zipfelbuben": Diskussion um den nächsten sexistischen Ballermannhit?

Im Fahrwasser der Diskussion um "Layla" werden nun auch andere Musikerzeugnisse in ähnlicher Aufbereitung diskutiert. Der aktuellste Fall: "Olivia" von der Band "Die Zipfelbuben". Der Song ist aktuell auf Platz zwei der iTunes-Charts (Stand: 28. Juli). Und ähnlich wie bei "Layla" gibt es auch bei "Olivia" offensichtlich sexistische Textzeilen. Etwa: "Wenn deine Mutter wüsste, Olivia, zeigst jedem deine Brüste, Olivia, wenn deine Mutter wüsste, Olivia, mit jedem in die Kiste, Olivia", oder "Mama sitzt zu Haus, und du sitzt hier auf Klaus, Mama schaut noch Netflix, während du durch jedes Bett fi***".

Die "Zipfelbuben" erklärten in einem Interview mit der "Bild", dass ihr Song bereits lange vor "Layla" entstanden sei. "Schon 2019 saß mein Bandkollege bei mir im Tonstudio und hatte die Zeile ‚Wenn deine Mutter wüsste‘ im Kopf. Die fand er schon immer richtig cool." Insofern sei auch die Annahme, man sei nur auf den "Layla"-Zug aufgesprungen, nicht gerechtfertigt.

Im April 2022 haben man sich erneut gegen eine Veröffentlichung von "Olivia" entschieden, weil zu diesem Zeitpunkt "alle Künstler, die während Corona auf Halde produzierten, zeitgleich mit ihren neuen Titeln rauskamen" heißt es bei "Bild". Über sich selbst sagten die "Zipfelbuben", sie würden "seit Jahren eindeutig zweideutige Texte" verfassen. 

"Olivia" in den Charts direkt hinter "Layla"

Der Erfolg gibt den Musikern bislang recht. Bis heute sammelte das Musikvideo rund 850.00 Aufrufe auf YouTube, 2,5 Millionen Plays auf Spotify und steht auf Platz zwei der iTunes-Charts, direkt hinter "Layla".  Ein "Verbot" des Songs befürchten "Die Zipfelbuben" indes nicht, sagen sie. "90 Prozent aller Mallorca-Lieder bestehen aus solchen Texten. Das Ganze ist immer mit Humor verbunden, von daher sind wir ganz entspannt", werden sie von "Bild" zitiert. 

Der Name "Olivia" soll beim Schreiben des Songs keine tiefere Bedeutung gehabt haben. Man habe mithilfe von Internet-Suchmaschinen nach weiblichen Vornamen der 90er-Jahre gesucht. "Olivia" habe dann schlicht am besten zu der gewählten Melodie gepasst.