Der Dax hat seinen bisherigen Höchststand übertroffen. Nach dem Allzeithoch sind die Anleger aber wieder skeptischer geworden. Was auch mit aufkommenden Turbulenzen an den US-Börsen zu tun hat.
Der Dax erreicht ein Rekordhoch - danach aber geht ihm die Puste aus. Zunächst kletterte der deutsche Leitindex heute auf 26.671,19 Punkte und damit über den im August erreichten Höchststand von 26.618,74 Punkten. Für viel Schwung hatten die US-Zwischenwahlen gesorgt. Nach dem Rekordhoch sind die Anleger unter dem Eindruck der US-Börsen aber wieder skeptischer geworden - der Dax ging dann mit einem Minus aus dem Handel.
Der überraschend deutliche Sieg der Demokraten nährte die Hoffnung, dass die USA außenpolitisch einen milderen Kurs einschlagen könnten. Der klare Sieg im Repräsentantenhaus und im Senat hatte zunächst auch den US-Leitindex Dow Jones Industrial am Mittwoch nach oben katapultiert. Auch sinkende Ölpreise stützten neben positiven Firmendaten den Dax.
Aufkommende Turbulenzen an den US-Börsen
Der deutsche Leitindex schraubte seine Bestmarke im Tagesverlauf zunächst sogar bis auf knapp 26.693 Punkte. Doch wegen aufkommender Turbulenzen an den US-Börsen gingen Anleger dann lieber in die Defensive.
Gebremst von weiter abrutschenden KI-Werten und den Rheinmetall-Aktien schloss der Dax 0,43 Prozent tiefer bei 26.325,01 Zählern, der MDax verlor 0,92 Prozent auf 30.891,56 Zähler.
Nachdem die Zwischenwahlen dem US-Präsidenten Donald Trump eine herbe Schlappe eingebracht hatten, beschleunigte sich die Verkaufswelle bei KI-Werten in New York stark. Anders als am Vortag erfasste sie nun die ganze Nasdaq-Börse und auch den US-Leitindex Dow Jones Industrial.
«Auf die Wahleuphorie folgt die Ernüchterung», sagte Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG. Im Mittelpunkt stünden Sorgen um die Zukunft des KI-Booms, da Anleger befürchteten, dass nach dem Wahlsieg der Demokraten strengere Auflagen den Ausbau von Rechenzentren bremsen und Projekte verzögern.
Mehr Berechenbarkeit in der US-Politik
Zur anfänglichen Euphorie sagte Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank, für die Märkte sei das Wahlergebnis gleich mehrfach positiv. «Das Ergebnis stand schnell fest, es ist eindeutig, Trump akzeptiert es, und geteilte politische Macht bringt weniger Risiko für politische Überraschungen. Die Börse liebt Berechenbarkeit und steigt.»