Im eisigen Verhältnis mit Brüssel verhängt Peking erneut Zölle auf importierte EU-Waren. Diesmal sind auch deutsche Firmen betroffen. Warum hat China Milchprodukte untersucht?
Nach eineinhalb Jahren ist es offiziell: China verhängt Zölle gegen eine Reihe importierter Milchprodukte aus der Europäischen Union. Betroffen sind laut dem Handelsministerium in Peking auch deutsche Hersteller. Die Aufschläge beliefen sich auf bis zu 11,7 Prozent, teilte die Behörde zum Ende der Anti-Subventionsuntersuchung mit.
Damit setzte China die Sätze, die ab diesem Freitag gelten, niedriger an als die im Dezember verhängten vorläufigen Zölle zwischen 21,9 und 42,7 Prozent. Die Aufschläge gelten den Angaben zufolge über die kommenden fünf Jahre für bestimmte Sorten von frischem sowie verarbeiteten Käse sowie Milch und Sahne über einem gewissen Fettgehalt, die in erster Linie zum Verzehr gedacht sind.
Deutsche Unternehmen auf der Liste
Von den betroffenen Firmen aus Deutschland listete die Behörde mit dem Deutschen Milchkontor, einen der größten Molkereibetriebe in der Bundesrepublik auf. Zudem tauchten die in Niedersachsen ansässige Molkerei Ammerland, die Privatmolkerei Naarmann aus dem Münsterland sowie Arla Foods Deutschland auf, Teil der gleichnamigen dänisch-schwedischen Großmolkereigenossenschaft.
Weitere betroffene Firmen kamen aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Italien, wie aus der Auflistung hervorging. Die Zollsätze schwanken demnach je nach Firma zwischen 7,4 und 11,7 Prozent. Direkte Auswirkungen für Verbraucher in Europa dürften die Zölle indes nicht haben.
Folgen für deutsche Hersteller
Der Milchindustrie-Verband stuft die Auswirkungen der geplanten Zölle für den deutschen Milchsektor als «überschaubar» ein. Käse und Rahm machten im Vergleich zu Ländern wie Italien und Frankreich nur einen geringen Anteil an den deutschen China-Exporten aus. Von den Maßnahmen gegen Käse sind nach Verbandsangaben vor allem Italien und Dänemark betroffen.
Für die deutschen Exportfirmen seien die chinesischen Zölle dennoch spürbar, sagte ein Sprecher des Verbandes. Margen und Wettbewerbsfähigkeit im China-Geschäft würden dadurch erheblich belastet.
Wie wichtig Chinas Markt ist
Laut der EU-Kommission exportierte Deutschland 2025 Milchprodukte im Wert von knapp 364 Millionen Euro nach China. Daten für Dezember liegen bislang nicht vor. Vollmilch war dabei mengenmäßig die wichtigste Position. Im Vorjahr hatte der Exportwert bei mehr als 373 Millionen Euro gelegen. Damit entfällt knapp ein Viertel der gesamten EU-Ausfuhren auf Deutschland.