"Ich habe mir den Brief mehrmals angeschaut und konnte es nicht glauben", erzählt die 77-jährige Inga W. der Bild-Zeitung. Die Seniorin staunte nicht schlecht, als sie im Jahr 2023 einen Brief von 1986 in ihrem Briefkasten gefunden hatte.

Das Schreiben ist vergilbt. Die Postleitzahl (2000 Hamburg 11), an die der Brief adressiert ist, gibt es schon lange nicht mehr. Der Poststempel ist vom 4. August 1986. Damals kostete das Porto noch 80 Pfennig.

37 Jahre unterwegs: Seniorin erhält Brief aus 1986

Der Brief ist eigentlich an ihren Ex-Mann Hermann W. adressiert. Die beiden sind seit 50 Jahren geschieden, ihre Adressen ähneln sich aber. "Die Postfachnummer auf der Rückseite kam mir bekannt vor", sagt die 77-Jährige, die früher bei der Sparkasse gearbeitet hat. Und tatsächlich: Das Schreiben stammt aus der Zentrale ihres ehemaligen Arbeitgebers - der Haspa am Großen Burstah. Die ist allerdings nur zehn Kilometer vom Wohnort der Seniorin entfernt.

Warum also brauchte der Brief ganze 37 Jahre für den eigentlich kurzen Weg? Post-Sprecher Stefan Laetsch äußert gegenüber der Bild eine Vermutung: "Eine Möglichkeit ist, dass der Brief von einer Privatperson gefunden und eingeworfen wurde."

Hermann W. ist an Alzheimer erkrankt und kann daher die Post aus der Vergangenheit nicht lesen. Deshalb öffnete die 77-jährige Inga W. den Brief. Darin fand sie einen Überweisungsschein - eine Gutschrift der Baugenossenschaft in Höhe von 172 DM und Kontoauszüge. Die 37-jährige Reise des Briefs fand am Freitag (13. Januar 2023) ein Ende: Der Sohn von Inga W. übergab die Post seinem Vater.