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Black Friday-Streik bei Amazon in mehr als 20 Ländern: Auswirkungen für Kunden? - Amazon nimmt Stellung

Zum Black Friday soll es koordinierte Streiks bei Amazon in mehr als 20 Ländern geben. Die Initiative #MakeAmazonPay kämpft damit für bessere Arbeitsbedingungen und eine faire Entlohnung bei Amazon. Die Streik-Aktion soll direkt am Black Friday starten - die Auswirkungen auf Kunden und Bestellungen sind noch unklar. Amazon hat mit einem Statement auf die Streikankündigung reagiert.
Streiks bei Amazon zum Black Friday angekündigt: Eine koordinierte Protestaktion in mehr als 20 Ländern soll Amazons Rolle in der globalen Wirtschaft verdeutlichen.
Welche Angebote rund um den Black Friday bei Amazon sind am besten? Wir haben hier täglich die krassesten Schnäppchen für dich! Foto: Adobe Stock
Black Friday bei Amazon: Direkt zu den Angeboten

Ein Streik in mehr als 20 Ländern könnte Amazon am Black Friday 2021 lahmlegen. Das berichtet das Internetportal Vice.com. Die Initiative #MakeAmazonPay will damit Amazons dominierende Rolle in der Weltwirtschaft verdeutlichen und darüber hinaus für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne für die Beschäftigten demonstrieren. Der weltweite Streik könnte Auswirkungen auf das Black-Friday-Geschäft von Amazon haben.

Zu den Zielen der weltweiten Proteste zählen eine Entlohnung, mit der Amazon-Angestellte ihren Lebensunterhalt bestreiten können, sowie das Recht, einer Gewerkschaft beizutreten. Zudem kämpft die Initiative dafür, dass Amazon seinen fairen Teil an Steuern zahlt, und setzt sich für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz ein.

Streik bei Amazon am Black Friday: Diese Aktionen sind geplant

Zu den geplanten Aktionen im Rahmen des weltweiten Protests zählen ein Streik der Paketboten in Italien und eine Arbeitsniederlegung in französischen Amazon-Lagerhallen. In den USA sind offenbar digitale und Vor-Ort-Proteste geplant. Nähere Details sind noch nicht bekannt, doch auch in den folgenden Ländern soll es zu Protestaktionen kommen: Deutschland, Österreich, Luxemburg, Kanada, Argentinien, Mexiko, Brasilien, Großbritannien, Polen, Slowakei, Spanien, Irland, Türkei, Australien, Neuseeland, Indien, Südafrika, Bangladesch und Kambodscha. 

#MakeAmazonPay machte bereits im letzten Jahr mit Protesten auf sich aufmerksam. In Deutschland rief 2020 die Gewerkschaft Verdi zum Streik bei Amazon am Black Friday auf.  In diesem Jahr jedoch sollen die Streiks deutlich größer ausfallen und "mindestens 20 Länder und alle Kontinente der Erde" umfassen, so die Initiative in einer Pressemitteilung. Für Amazon ist die Black-Friday-Woche die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Aber für die Beschäftigten in den Warehouses und die Paketboten bedeutet das ein höheres Arbeitspensum, längere Arbeitstage und ein erhöhtes Verletzungsrisiko, wie eine Studie aus dem Jahr 2019 belegt.

"Zwingt Amazon zum Bezahlen!"

Übersetzt bedeutet "Make Amazon Pay" in etwa: "Zwingt Amazon dazu, zu bezahlen" oder "Lasst Amazon bezahlen". Es gibt aber noch eine andere Lesart, nach der man den Slogan mit "Zahlt es Amazon heim" übersetzen könnte. Die Initiatoren lassen keinen Zweifel daran, dass sie es ernst meinen: "Amazon mag überall sein, aber das sind wir auch. An jedem einzelnen Glied dieser Missbrauchs-Kette kämpfen wir, um Amazon bezahlen zu lassen. Am Freitag, dem 26. November 2021, werden Arbeiterinnen und Arbeiter, Aktivistinnen und Aktivisten sich weltweit in Streiks, Protesten und Aktionen erheben, um Amazon bezahlen zu lassen."

Amazon steigerte seinen Umsatz 2020 von "Black Friday" bis "Cyber Monday" um 60 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar. Bei dieser Summe sind die Umsätze, die Amazon mit eigenen Produkten während des Black Friday Wochenendes erzielt hat, noch nicht einmal eingerechnet. Auch beim Verkauf von Produkten wie "Amazon Basics", die Amazon unter eigenem Namen verkauft, wurden Rekordzahlen geschrieben.

Amazon reagiert: Statement zu #MakeAmazonPay und den Streiks

Amazon steht immer wieder wegen niedriger Löhne und verheerender Arbeitsbedingungen in der Kritik. Das Unternehmen schickte uns kurz nach Veröffentlichung dieses Artikels ein Statement zu, in dem es zu diesen Vorwürfen Stellung bezieht. Darin heißt es, Amazon erwarte keine Auswirkungen des Streiks auf seine Kund*innen in Deutschland. Bei vorangegangenen Streiks, zu denen die Gewerkschaft Ver.di aufgerufen hatte, hätten sich Streiks auf 6 von 17 Standorten in Deutschland beschränkt, und selbst an diesen Standorten hätte ein Großteil der Mitarbeiter*innen völlig normal gearbeitet.

Zu #MakeAmazonPay heißt es in dem Statement: "Diese Gruppierungen stehen für eine Reihe unterschiedlicher Anliegen. Auch wenn wir keineswegs in jedem Bereich perfekt sind, zeigt ein sachlicher Blick, dass wir unsere Rolle und unseren Einfluss sehr ernst nehmen. In all diesen Bereichen arbeiten wir an Innovationen und investieren in erheblichem Maße. Wir nehmen zum Beispiel mit dem Climate Pledge – unserem Versprechen, bis 2040 CO2-neutral zu arbeiten – im Kampf gegen den Klimawandel eine Vorreiterrolle ein. Zudem bieten wir wettbewerbsfähige Löhne, exzellente Zusatzleistungen und entwickeln neue Konzepte, damit unsere Mitarbeitenden in der Logistik sicher und gesund bleiben. Wir ermutigen alle, sich selbst ein Bild bei einer virtuellen Live-Tour durch unsere Logistikstandorte zu machen."

Nach 2 Jahren verdient man rund 2.750 Euro brutto pro Monat bei Amazon

„Bei Amazon haben die Vorbereitungen für die Weihnachtssaison bereits vor Monaten begonnen. Unsere engagierten Teams freuen sich darauf, die Kundenbestellungen in der Vorweihnachtszeit rechtzeitig auf den Weg zu bringen; und wir möchten unseren Mitarbeitern:innen für ihren Einsatz danken", schreibt Amazon in der Stellungnahme. "Als Arbeitgeber bietet Amazon bereits exzellente Bezahlung, exzellente Zusatzleistungen und exzellente Karrierechancen - und das alles in einer sicheren, modernen Arbeitsumgebung. Wir haben bereits im Sommer die Löhne für unsere Logistikmitarbeiter:innen erhöht, damit verdient jede:r bei Amazon umgerechnet mindestens 12 Euro brutto pro Stunde plus Extras. Nach 24 Monaten verdienen Amazon Mitarbeiter:innen durchschnittlich rund 2.750 Euro brutto im Monat, inklusive beschränkter Mitarbeiteraktien und weiterer Extras.“

Black Friday in Deutschland: Die besten Angebote

 

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