Äpfel, Gurken oder Eier kaufen viele inzwischen auch «bio». Die Nachfrage nach Ökoprodukten ist Anfang 2026 erneut gestiegen. Geht das auch in der angespannteren Wirtschaftslage so weiter?
Das Geschäft mit Bio-Lebensmitteln in Deutschland hat nach Branchenangaben zum Start ins Jahr weiter angezogen. Von Januar bis Ende März stieg der Umsatz im Vergleich zum ersten Quartal 2025 um sechs Prozent auf 4,91 Milliarden Euro, wie Daten des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) ergeben, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Ein Großteil entfällt auf Discounter und Supermärkte, Drogeriemärkte legten zu. Die Branche wirbt für Anreize, damit mehr Bauern auf Öko umstellen.
Verbandschefin Tina Andres sagte: «Bio bleibt auch in Krisenzeiten eine Wachstumsbranche.» Angesichts der Weltlage sei dies nicht nur gut für die Umwelt, sondern trage zur Versorgungssicherheit bei. «Die derzeitige Preisexplosion bei Düngemitteln tangiert Bio-Landwirte nicht.»
Der Bio-Spitzenverband BÖLW legte in Zusammenarbeit mit der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft erstmals aktuelle Quartalszahlen vor, die auf Daten von vier Marktforschungsinstituten basieren. Grundlage für den Vergleich zum ersten Quartal 2025 sind demnach damalige Marktdaten der Institute.
Zuwächse bei Süßwaren, Rückgang bei Kartoffeln
Deutliche Umsatzzuwächse gab es demnach nun bei Fleischersatzprodukten, Mehl, Süßwaren, Eis, Tiefkühlkost, Feinkost, Fertigprodukten, Heißgetränken und Backwaren. Der Umsatz mit Bier und Spirituosen ging deutlich zurück. Bei frischen Eiern und Fleisch gab es Zuwächse vor allem durch Preiserhöhungen. Bei Butter, Brot und Kartoffeln wurden dagegen Umsatzrückgänge verzeichnet.
Die größten Anteile am Bio-Geschäft haben den Daten zufolge die Discounter mit 30 Prozent und die Supermärkte mit 29 Prozent. Treiber waren erneut die Bio-Eigenmarken des Handels mit plus 12,5 Prozent. Der Naturkostfachhandel legte um 1,1 Prozent auf 840 Millionen Euro zu und kommt auf einen Marktanteil von 17 Prozent. Die Drogeriemärkte kommen auf knapp 13 Prozent, nachdem sie von Januar bis März ein kräftiges Bio-Umsatzplus von 14 Prozent erzielten.
Die restlichen Marktanteile verteilen sich demnach auf E-Commerce-Angebote mit Lieferdiensten und Onlineshops (5 Prozent) sowie auf Hofläden, Bäckereien, Metzgereien, Wochenmärkte und Tankstellen.
Wie robust ist der Trend?
Die Branche knüpft mit dem Plus im ersten Quartal an ihren Wachstumstrend an. Angesichts der angespannteren Wirtschaftslage infolge des Iran-Kriegs mit Preissprüngen nicht nur an den Tankstellen muss sich weiter zeigen, wie robust der Trend ist. Im Gesamtjahr 2025 war der Bio-Umsatz mit Lebensmitteln und Getränken um 6,7 Prozent auf Rekordhöhe von 18,23 Milliarden Euro gestiegen. Der Bio-Anteil am gesamten Lebensmittelmarkt liegt nun bei 6,5 Prozent.