Auf und Ab bei Aktien und ETF, und Gold ist kein sicherer Hafen mehr - die Kriegsfolgen machen es schwerer, Ersparnisse zu sichern. Und das Leben wird noch teurer.
Der Chef der Internationalen Energieagentur wählt starke Worte für die Folgen des Iran-Kriegs: Man stehe vor der «größten Bedrohung der Energiesicherheit in der Geschichte der Menschheit», sagte Fatih Birol der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» und anderen Medien. Ob beim Blick aufs Depot oder beim Tanken - für die Menschen in Deutschland machen sich die Kriegsfolgen immer stärker bemerkbar.
Spritpreise
Der Dieselpreis ist nur noch etwas mehr als einen Cent von seinem Allzeithoch entfernt. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags kostete ein Liter Diesel 2,306 Euro, wie der ADAC mitteilte. Das waren 0,5 Cent mehr als am Samstag. Superbenzin der Sorte E10 verteuerte sich ebenfalls leicht: um 0,2 Cent auf 2,085 Euro.
Noch greifen die geplanten Gegenmaßnahmen nicht. Vergangene Woche hatte die Koalition aus Union und SPD ihr Spritpreis-Paket in den Bundestag eingebracht. Künftig sollen Tankstellen nur noch einmal am Tag, um 12.00 Uhr, die Preise erhöhen dürfen. Preissenkungen sollen immer möglich sein. Es ist umstritten, ob die neue Regel preisdämpfend wirkt.
Super ist heute mehr als 30 Cent teurer als vor Kriegsbeginn, Diesel 56 Cent – auch weil der Ölpreis kräftig angezogen hat.
Ölpreise
Rohöl aus der Nordsee ist inzwischen 57 Prozent teurer. Das Barrel (159 Liter) Brent mit Lieferung im Mai wurde am Montagmorgen bei 113,45 US-Dollar gehandelt. Heizöl kostet so viel wie seit November 2022 nicht - damals hatten die Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine eine Energiekrise ausgelöst.
Donald Trump hatte in der Nacht zum Sonntag (MEZ) mit der Zerstörung von Energieanlagen im Iran gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig öffnen. Am Montag sorgte der US-Präsident mit einer anderen Äußerung für eine vorübergehende Wende an den Märkten: Er werde in den nächsten fünf Tagen keine Angriffe auf iranische Kraftwerke und die Energieinfrastruktur fliegen.
Aktienmärkte
Der Dax hat seine Talfahrt zu Wochenbeginn zunächst fortgesetzt. Angesichts der Ängste vor einem weiteren eskalierenden Iran-Krieg büßte der deutsche Leitindex gut zwei Prozent auf 21.870 Punkte ein. Damit rutschte er erstmals seit Trumps Zoll-Schock im April 2025 unter die Marke von 22.000 Punkten. Die neueste Äußerung des US-Präsidenten katapultierte den Dax dann ins Plus: Gut 1000 Punkte ging es zwischenzeitlich nach oben, ein Plus von knapp drei Prozent verglichen mit dem Vortag.