Auf dem deutschen Arbeitsmarkt war im Februar wenig Bewegung. Immer mehr wird aber deutlich: Der Anteil der Menschen mit deutschem Pass unter den Beschäftigten wird weniger.
Der deutsche Arbeitsmarkt wird zunehmend von Menschen aus dem Ausland getragen. Zuwächse bei der Beschäftigung habe es zuletzt nur noch durch Angehörige von Staaten außerhalb der EU gegeben, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, bei der Vorstellung der Februar-Statistik für den Arbeitsmarkt in Deutschland. «Die Beschäftigung deutscher Staatsangehöriger sinkt vor allem altersbedingt kräftig», sagte Nahles. «Es liegt ganz einfach daran, dass die Babyboomer jetzt auch wirklich in Rente gehen.»
Geflüchtete kommen mehr und mehr in Beschäftigung
Die Beschäftigung von Ausländern dagegen wachse über alle Branchen hinweg, insbesondere bei Ukrainerinnen und Ukrainern sowie bei Angehörigen der wichtigsten Asyl-Herkunftsländer. Nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums waren im Dezember 5,89 Millionen Ausländer in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 224.000 mehr als im Vorjahr. Davon kämen 74.000 aus der Ukraine, 65.000 aus den acht Haupt-Asylherkunftsländern und 21.000 aus dem Westbalkan.
Aber auch die gezielte Erwerbsmigration - also der Zuzug nicht aus Fluchtgründen, sondern mit dem Hauptziel, eine Arbeit aufzunehmen - hat sich seit 2020 von 200.000 auf 420.000 im Juni 2025 mehr als verdoppelt. Gleichzeitig sei zu beobachten, dass Vollzeitbeschäftigung weniger wird, dafür sei Teilzeit auf dem Vormarsch, sagte Nahles. Sie hatte zuletzt darauf hingewiesen, dass der Fachkräftemangel für die deutsche Wirtschaft längerfristig ein größeres Problem sein werde als die aktuelle Arbeitslosigkeit.
Industrie schwächelt weiter
Beschäftigungsrückgänge seien weiterhin vor allem in der Industrie zu verzeichnen. Zuwächse gebe es etwa in der öffentlichen Verwaltung und bei Dienstleistungen - diese reichten aber nicht mehr aus, um die Rückgänge zu kompensieren. Die Bundesagentur geht von einem Rückgang der Beschäftigung im laufenden Jahr um rund 40.000 aus.
Nahles begrüßte in diesem Zusammenhang die beabsichtigte Änderung in der Asylgesetzgebung, die es Asylbewerbern grundsätzlich erlauben soll, bereits nach drei Monaten eine Arbeit aufzunehmen. Die Entscheidung sollte am Freitag im Bundestag getroffen werden.
Nahles: Wenig Änderung durch neues Gesetz
Die Aufnahme von Arbeit nach drei Monaten ist bereits jetzt für jene Personen möglich, die nicht in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht sind - und damit für den Großteil der Geflüchteten. Sie erwarte deshalb keine allzu großen Auswirkungen, weil nur die Menschen in Gemeinschaftsunterkünften von der Änderung betroffen seien. Schon jetzt seien 100.000 Menschen, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen sei, in Deutschland sozialversicherungspflichtig in Beschäftigung.
Weiter über drei Millionen Arbeitslose
Insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Februar im Vergleich zum Vormonat um 15.000 gesunken, bleibt aber mit 3,07 Millionen über der Marke von drei Millionen. Das sind 15.000 weniger als im Januar 2026, aber 81.000 mehr als im Februar 2025, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte.