Allerheiligen in Deutschland: Warum ist der 1. November ein Feiertag?
Autor: Lea Mitulla, Redaktion
Deutschland, Mittwoch, 30. Oktober 2024
Allerheiligen ist in Rheinland-Pfalz und anderen südlichen Bundesländern ein stiller Feiertag am 1. November mit Tanzverbot und geschlossenen Geschäften.
Allerheiligen ist in katholisch geprägten deutschen Bundesländern ein Feiertag. Das heißt: In Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz sowie im Saarland ist der 1. November alljährlich ein gesetzlicher Feiertag. Wer dort lebt, darf sich über einen arbeitsfreien Tag freuen. 2024 fällt Allerheiligen auf einen Freitag.
Allerheiligen ist ein stiller Feiertag. Das bedeutet, die folgenden Dinge sind verboten:
- laute Musik
- Tanzverbot ab 2 Uhr nachts
- Geschäfte sind geschlossen; Ausnahmen: Bäckereien, Konditoreien, Blumenläden, Museen, Ausstellungen, Zoos
Am stillen Feiertag Allerheiligen müssen in Rheinland-Pfalz die Tanzflächen von Clubs und Diskotheken von 4 bis 24 Uhr leer bleiben und die DJs sind gezwungen, ihre Arbeit ruhen zu lassen. Eine einst 2011 gestartete Petition gegen dieses Tanzverbot wartete vergeblich auf Erfolg. Tatsächlich sammelte sie lediglich unter 400 Unterstützer.
In der Zeit von 13 bis 20 Uhr sind zudem Versammlungen und öffentliche Veranstaltungen untersagt. Ausnahmen bilden hier Sportveranstaltungen. Ab dem 2. November kehrt dann wieder Normalität ein. Diese Regelungen gelten ebenso für Karfreitag, der ebenfalls als stiller Feiertag mit ähnlichen Einschränkungen gekennzeichnet ist.
Allerheiligen, Allerseelen, Totensonntag: Das bedeuten die christlichen Feiertage
Als Allerheiligen wird ein vor allem christliches Fest bezeichnet, zu dem "aller Heiligen" gedacht werden soll. Was es bedarf, um als "heilig" bezeichnet zu werden, erklärt der Theologe Ulrich Lüke gegenüber Katholisch.de: Demnach werden "die, welche dem Vorbild Christi besonders gefolgt sind und durch das Vergießen ihres Blutes (Märtyrer) oder durch heroische Tugendübung (Bekenner) ein hervorragendes Zeugnis für das Himmelreich abgelegt haben", als "Heilige" bezeichnet.
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So wird Allerheiligen auch als das Fest "aller der in Christus Vollendeten" bezeichnet und wurde zunächst am ersten Sonntag nach Pfingsten gefeiert. Papst Gregor IV verlegte den Feiertag erst im 8. Jahrhundert auf den 1. November. Damit hatte der Gedenktag weniger Bezug zum Osterfest und soll stattdessen im Herbst mit der Vergänglichkeit der Natur in Verbindung stehen.