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Aldi-Familienstreit: Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen auf


Autor: Redaktion

Essen, Mittwoch, 23. Sept. 2020

Bei der Aldi-Familie liegt Spannung in der Luft: Aufgrund des Erbstreits kam es immer wieder zu Komplikationen unter den Familienmitgliedern. Seit Kurzem ermittelt sogar die Staatsanwaltschaft.


Aldi gehört zu den größten Familienunternehmen der Welt: Alleine im Jahr 2018 soll der Discounter weltweit einen Umsatz von mehr als 100 Milliarden US-Dollar erzielt haben.

Doch die Eigentümerstruktur des familienbetriebenen Unternehmens ist undurchsichtig. Besonders bei Aldi Nord kommt es immer wieder zu Streitigkeiten unter den Erben  des Discounter-Riesen. Zuletzt wurde sogar die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. 

Erbstreit bei Aldi-Nord: Eine komplizierte Unternehmensstruktur

Im März 2010 verstarb Theo Albrecht, Unternehmensgründer von Aldi-Nord, im Alter von 88 Jahren. Kurz darauf folgte der Tod seines Sohnes Berthold, der seinen Krebserkrankungen erlag.

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Seither wird das Unternehmen von drei Stiftungen geführt. Diese sind aufgeteilt sämtliche Mitglieder der Aldi-Nord-Familie. In den Führungspositionen der einzelnen Stiftungen sitzen Babette Albrecht, die Witwe von Berthold Albrecht und Theo Albrecht Junior, Sohn von Theo Albrecht Senior. Beide Familienmitglieder kontrollieren jeweils eine der drei Stiftungen. Die dritte Stiftung wird sowohl von Badette als auch Theo Junior geführt.

Die wichtigsten Unternehmensentscheidungen für Aldi-Nord können nur unter Einigung aller drei Stiftungen getroffen werden. Durch die komplizierte Geschäftsstruktur kommt es zu Verzögerungen, weswegen Aldi-Süd eine Vorreiterstellung in bei wichtigen Strategieentscheidungen übernommen hat.

Strafanzeige gegen die eigene Mutter: Staatsanwaltschaft ermittelt bei Aldi-Nord

Die Familienmitglieder der Jakobus-Stiftung, geführt von Babette Albrecht und ihren Kindern, hatten sich über mehrere Jahre Millionenbeträge auszahlen lassen, berichtet Chip.de. Die Familienmitglieder der  Markus-Stiftung, geführt von Theo Albrecht Junior und seiner Frau, störten die hohen Auszahlungen.

Nach einem emotionalen Brief, der an die Werte des Unternehmensgründers Theo Albrecht appellierte, beschlossen die Mitglieder der Markus-Stiftung juristische gegen die Jakobus-Stiftung vorzugehen.

Obwohl Theo Junior den Gerichtsprozess in letzter Instanz gewinnen konnte, ignorierte Babette Albrecht das Urteil und ließ sich weitere 150 Millionen Euro auszahlen, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)

Doch bei der letzten Auszahlung soll Nicolay Albrecht, Sohn von Babette Albrecht, allerdings leer ausgegangen sein, woraufhin ein Streit zwischen Mutter und Sohn entbrannte. Die FAZ berichtet nun, dass Sohn Nicolay Anzeigen gegen die eigene Mutter und drei seiner Geschwister eingereicht hat. Das Unternehmen selbst äußert sich auf Anfrage nicht.

Die Staatsanwaltschaft habe lediglich bestätigt, dass "eine private Strafanzeige wegen des Vorwurfs der Untreue zum Nachteil der Jakobus-Stiftung" eingegangen sei.

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