VW will erneut sparen, der Aufsichtsrat berät heute über mögliche Werksschließungen und Stellenabbau. Die IG Metall reagiert mit Protesten an allen Konzernstandorten. Was steht in Wolfsburg an?
Hitziger Schlagabtausch bei VW in Wolfsburg: Der Aufsichtsrat berät heute über neue Sparpläne des Konzernvorstands, IG Metall und Betriebsrat halten mit einem bundesweiten Aktionstag an allen Konzernstandorten dagegen. Was genau dahintersteckt.
Das will der VW-Vorstand
Konzernchef Oliver Blume hatte bereits im Frühjahr angekündigt, an einem neuen «Zielbild 2030» für den Konzern zu arbeiten und dabei auch den Sparkurs deutlich verschärfen zu wollen. Laut «Manager Magazin» könnten bis zu 100.000 Stellen weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant.
Vier Werken des VW-Konzerns in Deutschland droht demnach sogar die Schließung: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm. Laut «Spiegel» könnte die Fahrzeugproduktion dort bis Ende 2034 auslaufen.
VW bestätigte bisher nur, dass der Konzernvorstand «intensiv an einem Zukunftsplan für die Neuaufstellung des Unternehmens» arbeite, nannte aber keine Details. Ziel sei eine «umfassende Transformation». Nach Befassung des Aufsichtsrats solle dies in die Umsetzung gebracht werden.
Das plant die Gewerkschaft
Die IG Metall kündigte umgehend Widerstand gegen die Pläne und ruft heute zum Aktionstag auf. In Wolfsburg ist unmittelbar vor Beginn der Aufsichtsratssitzung eine Kundgebung geplant - direkt vor dem Vorstandshochhaus, in dem sich das Gremium dann trifft. Weitere Aktionen solle es an allen anderen Konzernstandorten in Deutschland geben, einschließlich der Töchter wie Audi, Porsche und MAN. In Stuttgart ist ein Autokorso geplant.
Die Proteste bezeichnete IG-Metall-Chefin Christiane Benner als «ein klares Signal an den Vorstand: Nicht mit uns!» Die Beschäftigten hätten ihre Beiträge bereits geleistet, sagte sie mit Blick auf die Tarifeinigung Ende 2024. «Die ständigen Angriffe auf die Rechte der Kolleginnen und Kollegen nehmen wir nicht ohne Gegenwehr hin.» Stattdessen forderte sie Ideen und Konzepte, wie die Werke ausgelastet werden.
Laut IG Metall handelt es sich dabei nicht um einen Arbeitskampf. «Es sind Informations- oder Protestveranstaltungen und keine Warnstreiks», heißt es in der Mitteilung. Bei Volkswagen gelte weiter die Friedenspflicht, Arbeitsniederlegungen seien daher zunächst nicht geplant.