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Vermisste Kerstin Lee Langley: Überreste wohl in der Oberpfalz gefunden
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz, Montag, 19. Oktober 2026
Nach dem Verschwinden der 39-Jährigen im Sommer 2007 könnten die Angehörigen wegen eines Knochenfunds bald endgültig Gewissheit haben. Doch was ist der Frau damals passiert?
Update vom 19.10.2026: Nach 19 Jahren wohl Knochen von Kerstin Lee Langley gefunden
Knochen von Kerstin Lee Langley aus Regensburg, die seit 2007 vermisst wird, sind laut Polizei "mit hoher Wahrscheinlichkeit" bei einer Grabung in der Oberpfalz gefunden worden. Dies habe die rechtsmedizinische Untersuchung der menschlichen Überreste ergeben, die am 9. Oktober 2026 in Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz ausgegraben wurden, erklärten Vertreter von Polizei und Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz in Regensburg. Es gibt demnach drei Tatverdächtige.
Ein konkreter Hinweis einer der Verdächtigen, einer 56-jährigen Frau, führte die Ermittler zum Fundort. Sie habe ein umfassendes Geständnis abgelegt, teilten die Ermittler mit. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die drei Verdächtigen gemeinsam die Tötung der Frau geplant haben. Ein 66-jähriger Mann soll die Frau erwürgt haben. Dieser habe sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Der dritte Tatverdächtige starb 2024.
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Der 66-Jährige befinde sich in Untersuchungshaft, der Untersuchungshaftbefehl gegen die 56-Jährige sei außer Vollzug gesetzt worden, teilte Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher mit. Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen laufen.
Vom Bruder als vermisst gemeldet
Nach dem Hinweis der 56-Jährigen hatte die Polizei am 8. Oktober mit der Grabung begonnen. Später wurde die Suche auf ein Waldstück in Sulzbach-Rosenberg ausgeweitet. Das Gebiet sei in dem Hinweis ebenfalls als möglicher Grabungsort genannt worden, teilte die Polizei mit. Weitere Hinweise fanden die Beamten dort allerdings nicht. Es seien bislang sechs Knochen gefunden worden. Ein endgültiges Ergebnis der rechtsmedizinischen Untersuchung der sterblichen Überreste stehe noch aus.
Zum Motiv machten die Ermittler keine konkreten Angaben. Die drei Tatverdächtigen sollen alle in irgendeiner Form einen Groll auf Kerstin Lee Langley gehabt haben, so Oberstaatsanwalt Rauscher. Sie sollen die Tötung gemeinsam geplant haben.
Dem Ermittlungsstand nach waren die 56-Jährige und der 2024 gestorbene Mann ein Paar. 2007 soll sich der Mann in Langley verliebt haben und mit dieser zusammengezogen sein. Seine Ex-Frau sei daraufhin bei dem heute 66-Jährigen untergekommen, wohl im Sinne einer Wohngemeinschaft.
Leiche gemeinsam vergraben?
Bei einem Treffen des Trios mit Langley im Sommer 2007 soll die heute 56-Jährige versucht haben, die im Sessel sitzende Langley zu erwürgen. Das sei jedoch nicht gelungen, weil sich Langley gewehrt habe. Daraufhin soll der 66-Jährige übernommen und die Frau erwürgt haben, erläuterten die Ermittler. Gemeinsam sollen die Tatverdächtigen die Leiche vergraben haben. Die Ermittlungen dauern an. Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Für die Tatverdächtige könne aufgrund ihres Geständnisses die sogenannte Kronzeugenregelung in Betracht kommen, sagte Rauscher und betonte, dass die Ermittler ohne das Geständnis der Beschuldigten "heute nicht hier säßen".
Die 56-Jährige habe sich bereits im Jahr 2012 während einer Faschingsparty mehreren Menschen gegenüber offenbart und erzählt, dass ihr Ex-Mann zwei Frauen getötet habe. Die Zeugen teilten dies der Polizei mit. Jedoch habe sich bei den Ermittlungen herausgestellt, dass eine der angeblich getöteten Frauen am Leben war, was die Belastbarkeit der Aussage geschmälert habe.
Vom Bruder als vermisst gemeldet
Dass es sich bei der zweiten, angeblich vom Ex-Mann getöteten Frau um Langley handelte, habe zwar erneute Ermittlungen in Gang und den Fall 2013 in die ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY ... ungelöst» gebracht, jedoch ohne anschließend ausreichende Indizien. So sei der Fall Langley zunächst zu einem Cold Case geworden. An einem von der 56-Jährigen genannten Suchort seien die Ermittler zudem nicht fündig geworden. Dieser Suchort befinde nur etwa 500 Meter entfernt von der Stelle, an der nun Knochen ausgegraben wurden.
Im Sommer 2007 war die damals 39 Jahre alte Kerstin Lee Langley von ihrem Bruder als vermisst gemeldet worden. Ihr Sohn war beim Verschwinden seiner Mutter 17 Jahre alt. Der Lebensgefährte der Frau gab laut den Ermittlern damals an, sie habe sich von ihm getrennt und sei mit einem alten Freund in einem dunklen Auto mit Deggendorfer Kennzeichen davongefahren. Das bayerische Landeskriminalamt hat für entscheidende Hinweise eine Belohnung von 10.000 Euro ausgeschrieben.
2024 hatten Polizisten auf der Suche nach sterblichen Überresten schon einmal ein Waldstück nahe Regensburg durchsucht. Grund war ein Hinweis eines Mannes nach der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst", wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz damals sagte. Der Hinweisgeber bezeichnete sich demnach selbst als Seher. Bei der Suche fanden die Ermittler jedoch lediglich Überreste, bei denen es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um ein totes Tier handelte.
Gewissheit als Antrieb
Den Angehörigen Gewissheit zu verschaffen, sei für die Ermittler ein wichtiger Antrieb, um lange zurückliegende Fälle aufzuklären, sagte Kripo-Leiter Fuchs. Das könnte den Angehörigen helfen, einen Abschluss zu finden. Außerdem sei es auch für die Gesellschaft von Bedeutung, zu zeigen, dass solche Taten nicht ungesühnt blieben.
Der Kripo-Chef bat außerdem um Zeugenhinweise. Es sei nicht auszuschließen, dass im Laufe der 19 Jahre im Umfeld Langleys oder der drei Tatverdächtigen über die Tat gesprochen worden sei. Oberstaatsanwalt Rauscher sprach von «Quantensprüngen» bei den Ermittlungen: "Wir haben jetzt eine Riesenchance, die Tat auch nach so langer Zeit aufzuklären und den Angehörigen endlich Gewissheit zu geben, was passiert ist."
Update vom 13.10.2026: Frau aus Bayern seit 19 Jahren vermisst – menschliche Überreste ausgegraben
Die Suche nach der seit 2007 vermissten Kerstin Lee Langley aus Regensburg geht weiter. Die Polizei nahm am Montag (12. Oktober 2026) Sondierungsarbeiten in einem Waldstück in Sulzbach-Rosenberg auf. Inzwischen wird weiter nach Spuren gegraben.
Die Maßnahmen sollen in den kommenden Tagen fortgesetzt werden, wie eine Polizeisprecherin mitteilte.
Am Freitag (9. Oktober) waren in der Gemeinde Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz menschliche Überreste gefunden worden. Der Hinweis, der zu dem ersten Fundort führte, hatte nach Polizeiangaben auch eine zweite Stelle in Sulzbach-Rosenberg als möglichen Grabungsort umfasst. Dort soll vorerst allerdings nicht gegraben werden – so das Ergebnis der Sondierungsarbeiten am Montag.
Menschliche Überreste in der Oberpfalz entdeckt – Ergebnis der Untersuchung steht noch aus
Ob die menschlichen Überreste Kerstin Lee Langley zuzuordnen sind, ist weiterhin unklar. Das Ergebnis einer rechtsmedizinischen Untersuchung dazu liege noch nicht vor, hieß es am Dienstag.
Im Sommer 2007 war die damals 39 Jahre alte Kerstin Lee Langley von ihrem Bruder als vermisst gemeldet worden. Der Lebensgefährte der Frau gab laut den Ermittlern an, sie habe sich von ihm getrennt und sei mit einem alten Freund in einem dunklen Auto mit Deggendorfer Kennzeichen davongefahren. Bisher gelang es der Polizei nicht, diesen "alten Freund" ausfindig zu machen. Das bayerische Landeskriminalamt hat für entscheidende Hinweise eine Belohnung von 10.000 Euro ausgeschrieben.
Ursprungsmeldung vom 09.10.2206: Oberpfälzerin seit 19 Jahren vermisst - Polizei findet menschliche Überreste
Bei der Suche nach der seit 2007 verschwundenen Kerstin Lee Langley aus Regensburg wurden menschliche Überreste entdeckt. Die Polizei begann mit den Grabungen in einem Gebiet in der Gemeinde Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz, nahe einem Flugplatz, nachdem sie einen konkreten Hinweis erhalten hatte.
Ob die entdeckten Überreste "tatsächlich der seit Sommer 2007 vermissten Kerstin Lee Langley zuzuordnen sind, ist derzeit noch unklar", teilte die Polizei mit. Rechtsmedizinische Untersuchungen sollen darüber Aufschluss geben.
Schon 2024 hatten Polizisten auf der Suche nach den sterblichen Überresten einen Teil des Paintner Forsts westlich von Regensburg durchsucht. Die Suchaktion ging auf den Hinweis eines Mannes nach der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" zurück, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz damals sagte.
Kerstin Langley: Polizei ging sogar Hinweisen von angeblichem "Seher" nach
Der Hinweisgeber aus Nordrhein-Westfalen bezeichnete sich demnach selbst als Seher. Er hatte den Angaben zufolge Infos zum möglichen Ort der Leiche der Frau per Mail übermittelt. Da der Fall aber bereits so lange ungeklärt sei und es sonst keine Hinweise gebe, habe sich die Polizei entschieden, diesen Hinweis zu überprüfen, sagte der Sprecher.
Bei der Suche mit rund 40 Kräften fanden die Ermittler aber lediglich Überreste, bei denen es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um ein totes Tier handelte. Der Bruder der damals 39 Jahre alten Kerstin Lee Langley hatte sie im Sommer 2007 als vermisst gemeldet. Ihr damaliger Lebensgefährte gab laut den Ermittlern an, sie habe sich von ihm getrennt und sei mit einem alten Freund in einem dunklen Auto mit Deggendorfer Kennzeichen davongefahren.
Bisher gelang es der Polizei nicht, diesen "alten Freund" ausfindig zu machen. Ein Tatverdacht gegen den Lebensgefährten, zu dem die Frau einige Zeit zuvor nach Regensburg gezogen sei, habe sich nicht erhärtet. Das bayerische Landeskriminalamt hat für Hinweise eine Belohnung von 10.000 Euro ausgeschrieben. Vermisstenanzeigen aus Franken findest du auf unserer Übersichtsseite.
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