Söders neues Generalmotto: "Economy first" für Deutschland und Bayern
Autor: Stefan Lutter, Agentur dpa
München, Donnerstag, 21. Mai 2026
Markus Söder hat während seiner Regierungserklärung im Münchner Landtag eine wirtschaftspolitische Kursansage gemacht – mit ungewohnt staatsmännischem Ton.
Kein großes Ankündigungsfeuerwerk, keine milliardenschweren Wahlgeschenke – dafür ein klares wirtschaftspolitisches Bekenntnis: Markus Söder hat bei seiner Regierungserklärung im Münchner Landtag am Donnerstag, 21. Mai 2026, "Economy first" als Devise für Bayern und den Bund ausgerufen. Der CSU-Ministerpräsident mahnte angesichts des globalen Wettbewerbs – besonders mit China – zu mehr Eigenverantwortung und warb zugleich für zentrale Reformvorhaben der Bundesregierung: von der Kranken- und Rentenversicherung über den Arbeitsmarkt bis hin zu Steuerreformen.
24. Regierungserklärung im Landtag: "Economy first" als wirtschaftspolitisches Leitmotiv
In seiner 24. Regierungserklärung im Landtag hat Söder eine klare wirtschaftliche Kursansage gemacht – und dabei einen bemerkenswert anderen Ton angeschlagen als noch bei seinem Amtsantritt 2018. Gleich zu Beginn seiner Rede kündigte der Ministerpräsident "eine Standortbestimmung, eine ehrliche Bestandsaufnahme und einen Ausblick in die Zukunft" an. Laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) hatte der CSU-Chef dabei von Anfang an einen staatsmännischen, wenig polarisierenden Ton gewählt und auf direkte Attacken verzichtet. Der Kontrast zu seiner ersten Regierungserklärung vom 18. April 2018 ist deutlich: Damals hatte Söder sage und schreibe 100 Maßnahmen angekündigt – von der Grenzpolizei über mehr Lehrerstellen bis hin zum Raumfahrtprogramm "Bavaria One". Teure Visionen dominierten damals die Rede.
Heute präsentiert sich Söder anders. Äußerlich sichtbar – Bart ab, oft Krawatte an – hat er seinen Stil bereits seit Wochen verändert. Er versichert, künftig "noch stärker darauf achten und versuchen" zu wollen, "dass Ton und Stil der Lage unserer Demokratie angemessen" sind. Angesichts weltweiter Krisen und Kriege hat Söder "Economy first" zum Generalmotto für den Bund und Bayern ausgerufen. Der dpa zufolge mahnte er dabei besonders mit Blick auf den Wettbewerb mit China:
- "Wir müssen uns auf die Hinterfüße stellen und selber besser werden."
- "Wir müssen mit eigenen Ideen und Konzepten Wege aus der Krise zeigen und das Rückgrat besitzen, das auch durchzuhalten."
Söder wirbt für zentrale Reformvorhaben der Bundesregierung
Söder warb in diesem Zuge für zentrale Reformvorhaben der Bundesregierung, darunter:
Video:
- Reformen bei der Kranken- und Rentenversicherung
- Reformen am Arbeitsmarkt
- Steuerreformen
Die bayerische Staatsregierung werde dabei sehr auf soziale Balance und Gerechtigkeit achten, betonte Söder. Bayern selbst sieht er auf dem richtigen Kurs: Mit der "Bayern-Agenda 2030" solle der begonnene Weg mit einem "Dreiklang aus Innovation, Transformation und Investition" fortgesetzt werden. Im Kern gehe es darum, die Stellung Bayerns als Technologiemacht weiter auszubauen.