Im Allgäu wurden Knochen gefunden. Diese sollen belegen, dass ein Menschenaffe vor zwölf Millionen Jahren bereits auf zwei Beinen unterwegs war. Foto: Jens Kalaene/dpa
Im Allgäu haben Wissenschaftler Knochen gefunden, die die Evolution in Frage stellen könnten. Dabei handelt es sich um Funde, die zu einem Menschenaffen gehören, der bereits vor Millionen Jahren auf zwei Beinen lief - und das durch Bayern.
Eine Gruppe internationaler Wissenschaftler hat im Allgäu (Bayern) Knochen gefunden. Diese zeigen, nach Ansicht der Forscher, dass sich der aufrechte Gang des Menschen nicht in Afrika, sondern in Europa entwickelt hat. "Danuvius guggenmosi" heißt der Menschenaffe, dessen Knochen im Bereich östlich des Bodensees entdeckt wurden. Demnach habe der menschliche Vorfahre vor 11,62 Millionen Jahren gelebt. Bisher war die Wissenschaft auf dem Stand, dass der aufrechte Gang rund sechs Millionen Jahre alt sei und aus Kenia beziehungsweise der Insel Kreta stamme.
Das Forscherteam um Madelaine Böhme von der Universität Tübingen hat die neuen Erkenntnisse im Fachmagazin Nature veröffentlicht. "Dass sich der Prozess des aufrechten Gangs in Europa vollzog, erschüttert die Grundfeste der Paläoanthropologie", sagte die schwäbische Forscherin der Deutschen Presse- Agentur. Böhme hält es für ausgeschlossen, dass in Afrika noch ältere aufrecht gehende Menschenaffenformen existieren.
Knochenfund im Allgäu: Wirbelsäule als entscheidendes Merkmal
Den Knochenfund machte Böhme und ihr Team zwischen 2015 und 2018 in einem Bachlauf an der Tongrube "Hammerschmiede" im Unterallgäu. 15 Prozent des Skeletts konnten dort entdeckt werden - darunter Ellbogen, Teile der Hüfte, und Sprunggelenke. Zum Erstaunen der Wissenschaftler, ähneln einige Knochen mehr denen des Menschen als des Menschenaffen, so Böhme.