Auf einer Berghütte im Allgäu ist ein hochansteckendes Virus ausgebrochen. Bereits mehrere Menschen mussten mit Helikoptern geholt und weggebracht werden. Inzwischen haben sich noch mehr Wanderer angesteckt.
Update vom 22.06.2023: Virus auf bayerischer Berghütte hat sich rasch verbreitet
Die Zahl der Menschen mit einer Magen-Darm-Infektion auf Oberstdorfer Berghütten hat sich weiter erhöht. Wie das Landratsamt Oberallgäu am Donnerstag mitteilte, seien vier weitere Meldungen über Erkrankte hinzugekommen. Damit gebe es nun 19 Erkrankte. Alle Betroffenen sind den Angaben zufolge ambulant behandelt worden und konnten wieder entlassen werden.
Das Gesundheitsamt des Landkreises sowie die beteiligten Hilfsorganisationen wollen das Geschehen im Verlauf des Wochenendes weiter beobachten. Es gebe keine Warnung vor einem Aufstieg zu den Hütten mehr. Auch seien keine Hütten geschlossen worden. Der Ursache des Ausbruchsgeschehens werde weiter nachgegangen. Die Behörde vermutet, dass sich die Betroffenen mit dem Noro-Virus infiziert haben.
Ursprungsmeldung vom 21.06.2023
Mehrere Wanderer sind am Mittwoch (21. Juni 2023) mit Brechdurchfall von Allgäuer Berghütten ins Tal geflogen worden. Rund 50 Kräfte des BRK und der Johanniter seien in Zusammenarbeit mit der Bergwacht im Einsatz, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes Oberallgäu. Bis zum Nachmittag wurden neun Bergsteiger mit Helikoptern ausgeflogen.
Bereits am Montag (19. Juni 2023) sei bei einer Person, die eine der betroffenen Hütten besucht hatte, das Noro-Virus nachgewiesen worden. Ob die übrigen Betroffenen ebenfalls daran erkrankt seien, müsse noch geklärt werden. "Wir müssen abwarten, was bei den Prüfungen und Probeentnahmen herauskommt", sagte die Sprecherin.
Virus auf Berghütte ausgebrochen - Betroffene zeigen heftige Symptome
Mitarbeiter des Gesundheitsamts seien auf Hütten im Gebiet um Oberstdorf unterwegs, um sich einen Überblick zu verschaffen und das weitere Vorgehen mit den Hüttenwirten abzuklären. Auf den Hütten müsse desinfiziert werden. Das Noro-Virus ist sehr ansteckend.
Die Behörden gehen davon aus, dass rund 300 bis 400 Menschen in dem Gebiet unterwegs sind. "Man kann noch nicht abschätzen, wie viele Leute sich angesteckt haben", sagte die Sprecherin des Landratsamtes.
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