Polizeischuss auf 14-Jährigen - schwere Vorwürfe gegen Polizei nach Großeinsatz

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Nach dem Schuss auf einen 14-Jährigen in München gibt es widersprüchliche Darstellungen zum Polizeieinsatz. Die Linke und ein Kurdisches Zentrum erheben schwere Vorwürfe.

Update vom 20.08.2026, 14.11 Uhr: Vorwürfe gegen Münchner Polizei nach Schuss auf 14-Jährigen 

Nach dem polizeilichen Schuss auf einen 14-Jährigen im Münchner Stadtteil Schwabing ist eine der Polizeidarstellung diametral entgegenstehende Beschreibung des Vorfalls aufgetaucht. Die Linke München und das Kurdische Zentrum erheben unter Berufung auf die Eltern und den Jugendlichen schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Der Jugendliche war nach Darstellung der Polizei mit einer täuschend echt aussehenden Softair-Waffe unterwegs gewesen. 

Der Jugendliche, den Linke und Zentrum als Kurden bezeichnen, habe demnach die Waffe bereits niedergelegt und gesagt, es handle sich um eine Spielzeugwaffe. Dennoch habe ein Beamter auf ihn geschossen und ihn schwer verletzt. 

Die Polizei hatte berichtet, der Schüler aus dem Landkreis Miesbach, der in Begleitung eines etwa gleichaltrigen Mädchens unterwegs war, habe auf offener Straße mit der Pistole hantiert. Als Zivilbeamte ihn aufforderten, die Waffe fallen zu lassen, habe er sich mit der mutmaßlichen Waffe in der Hand zu den Polizisten umgedreht. 

Linke München und Kurdisches Zentrum widersprechen Darstellung der Polizei

Daraufhin habe ein Beamter geschossen und den Jugendlichen in den Oberkörper getroffen. Dem sei nichts hinzuzufügen, sagte Polizeisprecher Thomas Schelshorn zu den neuen Vorwürfen.

Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei dem Gegenstand um eine Softair-Waffe, die einer echten Beretta-Pistole 92, Kaliber neun Millimeter, täuschend ähnlich sah. 

Die Staatsanwaltschaft München prüft zusammen mit dem Bayerischen Landeskriminalamt, wie in solchen Fällen üblich, die Rechtmäßigkeit der polizeilichen Schussabgabe. Es werde aber nicht gegen den Beamten ermittelt, der geschossen hatte - er sei weiter Zeuge. Die Linke München hatte Ermittlungen gegen den Schützen wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung im Amt verlangt.

Erste Hilfe oder Handschellen? 

Während die Polizei mitteilte, die Beamten hätten nach dem Schuss sofort Erste Hilfe geleistet und den Rettungsdienst angefordert, heißt es nun seitens der Linken und des Kurdischen Zentrums, der Jugendliche sei zu Boden gedrückt und mit Handschellen gefesselt worden. Das Kurdische Zentrum ist im Bayerischen Verfassungsschutzbericht von 2025 erwähnt.

Der Jugendliche mit türkischer Staatsangehörigkeit war laut Polizei mit seinen Eltern 2023 nach Deutschland gekommen und hatte Asylantrag gestellt. Der Antrag sei aber abgelehnt und die Abschiebung angedroht worden. Er war bereits bei der Polizei bekannt. 

Der Jugendliche war auf offener Straße mit der Waffe gesehen worden. Passanten wählten den Notruf, die Polizei rückte an. Nach dem Schuss war der 14-Jährige ins Krankenhaus gebracht und operiert worden, sein Zustand ist stabil.

Update vom 19.08.2026, 13.06 Uhr: Großeinsatz in München - Polizei schoss auf 14-Jährigen

Bei dem Polizeieinsatz im Münchner Stadtteil Schwabing ist ein 14-jähriger Schüler aus dem Landkreis Miesbach durch einen Schuss aus einer Polizeiwaffe schwer verletzt worden.

Der Jugendliche hatte am Dienstagabend (18. August 2026) auf offener Straße mit einem pistolenähnlichen Gegenstand hantiert. Wie sich später herausstellte, handelte es sich um eine Softair-Waffe, die einer echten Beretta-Pistole 92, Kaliber 9 Millimeter, täuschend ähnlich sah. 

Als Zivilbeamte den Jugendlichen ansprachen und ihn aufforderten, die Waffe fallenzulassen, habe er sich mit der Waffe in der Hand zu den Beamten umgedreht, berichtete der Pressesprecher der Polizei, Thomas Schelshorn. Daraufhin habe ein Beamter geschossen. 

14-Jähriger soll sich mit Waffe in der Hand zu Polizisten umgedreht haben

Der 14-Jährige wurde im Oberkörper getroffen. Der Jugendliche sei ins Krankenhaus gebracht worden und derzeit stabil.

Das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) prüfe wie stets in solchen Fällen die Rechtmäßigkeit des Waffeneinsatzes durch die Polizei. Es werde nicht gegen den Kollegen ermittelt, der geschossen hatte, betonte Schelshorn. Gegen den Jugendlichen, der bereits polizeilich bekannt war, werde wegen der Bedrohung der Beamten ermittelt. 

Der Jugendliche mit türkischer Staatsangehörigkeit, der zunächst von Beamten und Zeugen deutlich älter geschätzt wurde, war laut Schelshorn mit seinen Eltern 2023 nach Deutschland gekommen und hatte Asylantrag gestellt. Der Antrag sei aber abgelehnt und die Abschiebung angedroht worden.

Ursprüngliche Meldung vom 19.08.2026, 6.47 Uhr: Schuss fällt bei Polizeieinsatz in München - Mann schwer verletzt

Im Münchner Stadtteil Schwabing ist ein Mann durch einen Schuss aus einer Polizeiwaffe schwer verletzt worden. Der etwa 20 Jahre alte Mann sei in ein Krankenhaus gebracht worden, berichtete ein Polizeisprecher.

Der Mann soll auf offener Straße mit einem pistolenähnlichen Gegenstand hantiert haben. Ein entsprechender Notruf sei gegen 17.15 Uhr bei der Polizei eingegangen, sagte der Sprecher. Eine Zeugin habe einen Schuss gehört.

Person mit Waffe in Schwabing gemeldet - Polizei gibt Schuss ab

Es habe zuvor keine kriminelle Handlung gegeben. Die Polizei sei aber mit mehreren Streifen ausgerückt. "Wenn wir eine Person mit Waffe gemeldet bekommen, sind wir mit starken Kräften im Einsatz."

Beamte hätten dann den Mann gegen 17.30 Uhr ausfindig gemacht und angesprochen – dabei sei es zum Schusswaffengebrauch seitens der Polizei gekommen. Warum geschossen wurde und wie der Ablauf des Geschehens war, sei Gegenstand der Ermittlungen. 

Die am Einsatz unmittelbar beteiligten Kollegen würden betreut. Der pistolenähnliche Gegenstand sei sichergestellt. Ob es sich um eine echte Waffe handelte, werde noch untersucht.

Erhebliche Verkehrsbehinderungen wegen Polizeieinsatz in belebter Gegend von München

Noch nicht geklärt ist auch die Identität des Mannes. Es sei bei ihm kein Ausweisdokument gefunden worden. Es werde voraussichtlich bis Mittwoch dauern, bis er identifiziert werden könne. 

Das Gelände um den Schauplatz des Geschehens im Bereich Ecke Clemensstraße/Belgradstraße war stundenlang weiträumig abgesperrt, auch die Tram konnte nicht fahren. Es gab erhebliche Verkehrsbehinderungen. Erst am späten Abend meldete die Polizei auf der Plattform X, dass sie ihre Maßnahmen vor Ort abgeschlossen habe und die Verkehrssperren aufgehoben worden seien.

Die Gegend ist belebt. Zeugen wurden direkt vor Ort befragt. Dazu sei eine Zeugensammelstelle eingerichtet worden, hieß es weiter. 

Kripo und Spurensicherung trafen am Ort des Geschehens ein, ebenso Beamte des Bayerischen Landeskriminalamtes. Das Landeskriminalamt ermittelt stets, wenn ein Polizeibeamter oder eine Polizeibeamtin die Waffe eingesetzt hat. Die LKA-Beamten haben zu prüfen, ob die Schusswaffe rechtmäßig eingesetzt wurde.

Vorschaubild: © Felix Hörhager/dpa