CSU auf Kloster Banz: Söder will weniger Bundesländer und mehr Hymnen
Autor: Stefan Lutter, Agentur dpa
Bad Staffelstein, Dienstag, 13. Januar 2026
Söder will kleine Bundesländer abschaffen und Hymnen bei Abschlussfeiern verpflichtend machen. Kritiker sehen die Umsetzung seiner Pläne skeptisch.
CSU-Chef Markus Söder will Deutschland verändern: Auf der Klausurtagung in Kloster Banz bei Bad Staffelstein (Landkreis Lichtenfels) hat der bayerische Ministerpräsident Vorschläge zur Neuordnung der Bundesländer und Einführung einer Hymnenpflicht an Schulen geäußert, die für Aufsehen sorgen dürften. Kleine Bundesländer wie Bremen und das Saarland könnten laut Söder abgeschafft werden, um die finanzielle Ungleichheit zwischen Geber- und Nehmerländern zu reduzieren.
Doch es geht nicht nur um politische Grenzen. Söder möchte auch, dass bei Schulabschlussfeiern künftig die Deutschland-, Europa- und Bayernhymne verpflichtend gespielt werden. Kritiker, darunter Lehrerverbände und Bildungspolitiker, sehen die Umsetzung skeptisch. Sie fordern, die Werte hinter den Symbolen stärker in den Vordergrund zu stellen, statt bloße Pflichten zu schaffen.
Söder fordert Zusammenlegung von Bundesländern
Auf der Winterklausurtagung der Landtagsfraktion seiner Partei machte sich Söder erneut für eine Neuordnung der Bundesländer stark, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Der Grund: Einige Bundesländer könnten seiner Auffassung nach kaum noch eigenständig funktionieren, sie seien finanziell stark von Geberländern wie Bayern abhängig.
Diese Situation sei nicht länger tragbar, so Söder am Dienstag, 13. Januar 2026. Es könne nicht sein, dass einige kaum noch lebensfähig seien und von Bayern und anderen bezahlt werden müssten. "Größere Einheiten sind erfolgreicher als kleine", argumentierte er, deshalb müsse man "die Bundesländerstruktur mit größeren Einheiten versehen". Es brauche "weniger Bundesländer, ganz einfach", sagte der CSU-Vorsitzende. Er räumte allerdings auch ein, dies sei "nichts, was über Nacht geht".
Konkrete Vorschläge für eine mögliche Neustrukturierung der Länder ließ Söder jedoch offen. Es blieb unklar, welche Bundesländer er zusammenlegen oder abschaffen würde. In der Vergangenheit hatte er allerdings bereits angedeutet, dass die Existenz kleiner Länder wie Bremen oder des Saarlands überdacht werden könnte: "Man könnte Bremen und das Saarland einsparen", sagte er beispielsweise beim politischen Aschermittwoch 2024.
Hohe Hürden für Föderalismus-Reform
Nach Söders Auffassung sei die jetzige Struktur nicht effizient, nicht erfolgreich und nicht mehr wettbewerbsfähig. Auch wegen endlos langer Abstimmungsprozesse falle Deutschland im internationalen Vergleich zurück.
Die rechtlichen Hürden für eine solche Reform sind jedoch immens. Eine Neugliederung der Bundesländer erfordert zunächst ein spezielles Bundesgesetz. Anschließend müssten die betroffenen Länder oder Stadtstaaten in Volksentscheiden ihre Zustimmung erteilen. Ein prominentes Beispiel für das Scheitern einer solchen Reform ist der Versuch von 1996, Berlin und Brandenburg zusammenzuführen. Damals sprach sich die Bevölkerung Brandenburgs gegen die Fusion aus, was das Vorhaben endgültig stoppte.