"Beiß, Junge! Kämpf, kämpf, kämpf": Schock bei bayerischem Verein - Sportler vom Hals abwärts gelähmt
Autor: Redaktion
Bayern, Dienstag, 07. März 2023
Ein Monat liegt der schreckliche Vorfall nun zurück: Bei einem Bodycheck krachte Eishockeyspieler Mike Glemser in die Bande und konnte sich erst kaum bewegen. Dann lag er im künstlichen Koma. Nun haben Ärzte die schockierende Klarheit.
Bei dem oberbayerischen Eishockeyderby zwischen den Starbulls Rosenheim und dem SC Riessersee verunfallte Eishockey-Oberligist Mike Glemser schwer: Als er gegen die Bande knallt, stürzt er nieder, und gibt nur wenige Regungen von sich. Jetzt gibt der Verein bekannt, was bei dem Unfall wirklich mit seinem Körper passiert ist und wie es um seine Gesundheit steht.
"Wir haben alle irgendwie gehofft, dass er sich bewegt. Wir haben erst nach dem Spiel erfahren, was da 'Phase' ist", äußerte sich einst sein Kollege Steffen Tölzer zu dem tragischen Vorfall. Nun bewahrheiten sich die Gerüchte um das Wohlergehen des Sportlers: Glemser ist von Hals ab querschnittsgelähmt.
Nach tragischem Sportunfall - Wird Glemser wieder gesund?
Sein Vater erklärt im Gespräch mit dem BR die genauen Umstände: "Er hängt an einer Lungenmaschine, selbstständige Atmung ist nicht möglich. Im oberen Bereich geht nur der Bizeps Stand jetzt, heißt keine Hände, kein Handgelenk, im Beinbereich geht gar nichts, das ist alles komplett lahmgelegt". Wird der Profisportler je wieder gesund? Oder verliert das Eishockey für immer ein großes Talent?
Glemsers Mannschaftskameraden geben die Hoffnung jedenfalls nicht auf: Tölzer besucht ihn häufig im Krankenhaus und zeigt sich sowohl mitfühlend als auch beeindruckt von seinem Kampfeswillen - den habe er nämlich nicht nur auf dem Spielfeld. "Was er grad' durchmacht, das ist die Hölle, das wünscht man keinem Menschen. Ich kann nur sagen: Beiß, Junge! Kämpf, kämpf, kämpf"
Seine Familie plant nun die nächsten Schritte: "Der erste Step ist, dass das Skelett beweglich gehalten wird, und dass wir ihn von der Beatmungsmaschine wegbekommen", meint sein Vater. Mit den geeigneten Therapien wäre es dann sogar möglich, das Muskelgewebe Glemsers soweit zu trainieren, dass er einen Rollstuhl verwenden kann. Allerdings wäre das extrem kostspielig. Finanziell ausgesorgt hat der verunfallte Sportler jedoch noch nicht.
Verein will helfen - Spendenaktion für Glemser gestartet
Jetzt haben die Starbulls Rosenheim die Initiative ergriffen und eine Spendenaktion für den verunglückten Kameraden gestartet. Auf ihrer Website kann man für den Oberligisten spenden - das Ziel: 250.000 Euro. Vereinsvorstand Marcus Thaller will Glemser die "bestmögliche Unterstützung" bieten können. Was mit den Spenden geschieht, wird regelmäßig auf der Website offengelegt.
Der Verein befürchtet jedoch, dass sich die Kosten für die medizinische Versorgung auf eine sechsstellige Summe bemessen: Bis zu einer Million Euro könnte es kosten, den Spieler zu behandeln.