Winterwanderrouten in Franken: Die schönsten Strecken im Norden Bayerns
Der Räuberpfad "Himmelshirtenweg" in Dammbach nimmt seinen Anfang und sein Ende am Parkplatz Neuhammer. Von dort führt der Weg in Richtung Dammbach hinauf zur Geishöhe. Besonders der Abschnitt, der als Alter Schulweg bekannt ist, zählt zu den beeindruckendsten Teilen des Aufstiegs, da früher die Kinder von der Geishöhe diesen täglichen Schulweg nutzten. Unterwegs gibt es mehrere Stationen zu entdecken, etwa einen Waldlehrpfad und den Kreuzweg, die für Abwechslung sorgen. Oben angekommen, empfiehlt sich ein Abstecher zum Ludwig-Keller-Turm. Wer die Aussichtsplattform besteigt, kann bei gutem Wetter bis in den Odenwald und den Taunus sowie auf die Frankfurter Skyline blicken. Die neun Komma zwei Kilometer lange Strecke bietet zahlreiche Entdeckungen, nimmt rund drei Stunden in Anspruch und setzt zudem eine mittlere Kondition voraus.
- Lage: Regierungsbezirk Unterfranken, Gemeinde Dammbach (nahe Aschaffenburg)
- Highlights: Historischer Schulweg, Aussichtsturm Ludwig-Keller-Turm, Fernblick bis Odenwald und Taunus, familienfreundlich
- Ludwig-Keller-Turm Dammbach auf Google Maps
Unter den Wintertouren dieser Übersicht ist die Ochsenkopfrunde im Winter ist die längste und gleichzeitig herausforderndste Tour die anspruchsvollste und längste. Der Rundweg verbindet verschiedene Orte rund um den Ochsenkopf und trägt laut Naturpark Fichtelgebirge das Prädikat erster Qualitätswanderweg Wanderbares Deutschland – Winterglück. Die Strecke ist knapp 19 Kilometer lang und richtet sich vor allem an geübte Wanderer oder Gelegenheitswanderer mit guter Ausdauer, da etwa sieben Stunden für die komplette Tour einzuplanen sind. Unterwegs führt die Strecke unter anderem am Fichtelsee vorbei, passiert das Besucherbergwerk Gleißinger Fels, das Freilandmuseum Grassemann, die Seilbahnen Nord und Süd sowie den Asenturm auf dem Gipfel des Ochsenkopfs. Wer es gemütlicher angehen möchte, kann auch nur einen Teil der Runde absolvieren und zum Beispiel per Seilbahn zum Gipfel fahren oder den Rückweg mit der Bahn abkürzen.
- Lage: Regierungsbezirk Oberfranken, Fichtelgebirge (rund um Bischofsgrün und Fichtelberg)
- Highlights: Premiumwanderweg, Sehenswürdigkeiten wie Fichtelsee, Besucherbergwerk, Freilandmuseum, Seilbahnen und Aussichtsturm Asenturm, lange und anspruchsvolle Strecke
- Ochsenkopf auf Google Maps
Der Steigerwald lockt zu jeder Jahreszeit mit abwechslungsreichen Naturerlebnissen und befindet sich in Franken zwischen Nürnberg, Bamberg, Würzburg und Rothenburg ob der Tauber. Für eine beschauliche Winterwanderung eignet sich die Steigerwald-Runde in Sand am Main im unterfränkischen Landkreis Haßberge. Los geht es am Parkplatz Altmain. Von dort aus umrundet der Weg einen Teil des Altmains und führt sowohl durch das Randgebiet von Sand am Main als auch durch die naturbelassene Umgebung entlang des Flusses. Die Strecke misst drei Komma neun Kilometer und ist innerhalb etwa einer Stunde gut zu bewältigen, sodass sich diese Tour für Wanderer aller Konditionsstufen eignet.
- Lage: Regierungsbezirk Unterfranken, Landkreis Haßberge, Gemeinde Sand am Main
- Highlights: Naturbelassene Flusslandschaft, kurze und einfache Runde, geeignet für alle Konditionsstufen, idyllisches Altmains-Ufer
- Sand am Main auf Google Maps
Winterwandern mit Kindern in Bayern: Tipps für Spaß und Sicherheit
Für Kinder verwandelt sich eine Winterwanderung schnell in ein aufregendes Abenteuer, denn verschneite Wälder, funkelnde Eiszapfen und geheimnisvolle Tierspuren machen jede Tour zum kleinen Erlebnis. Laut den Experten von Bergtour-Online empfiehlt es sich, für Familien geeignete Wege zu wählen, die wenig Anstieg haben und spannende Zwischenstopps bieten – zum Beispiel Hütten, Spielplätze oder Möglichkeiten zum Schlittenfahren.
Damit das Winterwandern Freude bereitet, ist die richtige Ausrüstung besonders wichtig. Kinder sollten nach dem Zwiebelprinzip angekleidet werden, zudem gilt es, auf warme Winterstiefel zu achten und stets ein heißes Getränk im Rucksack zu haben. Zusätzlich sollte man die aktuellen Lawinenwarnungen beachten und auf den markierten Wanderwegen bleiben.
Unvergesslich wird die Winterwanderung besonders durch kleine Abenteuer wie Schneeballschlachten, Iglubauen oder das Suchen nach Tierspuren. Wer die Tour mit einer Schlittenfahrt oder einer gemütlichen Pause in einer Hütte abrundet, schafft unvergessliche Erinnerungen für die ganze Familie.
Ausrüstung und Sicherheit: Tipps für Wanderungen bei Kälte
Auch Erwachsene sollten auf die richtige Ausrüstung achten. Dazu gehören feste Winterwanderschuhe mit gutem Profil und wasserdichter Membran, die auch bei matschigen oder vereisten Wegen die Füße schützen. Für besonders glatte Stellen sind Grödel oder Spikes empfehlenswert, die einfach über die Schuhe gezogen werden und für sicheren Halt sorgen.
Das Zwiebelprinzip ist für Winterwanderungen immer ratsam, und empfiehlt Funktionskleidung sowie Socken und Unterwäsche aus Merinowolle. Eine Mütze, Handschuhe, ein Schal und eine Sonnenbrille sollten ebenfalls nicht fehlen, denn der Schnee reflektiert das Licht und kann die Augen schnell ermüden.
Im Rucksack sollten laut Planet Outdoor neben Proviant und heißem Getränk auch eine Karte oder GPS-Gerät, ein Erste-Hilfe-Set und Ersatzkleidung verstaut werden. Wer in den Bergen unterwegs ist, sollte immer die Lawinenlage und den Wetterbericht prüfen.
Schon gewusst? Unberührte Natur und kristallklaren Seen: Was nach Kanada klingt, findest du tatsächlich in Bayern - genauer gesagt im Chiemgau.
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