Bürgermeister Simon Fischer im Interview zum angedachten neuen Gewerbegebiet bei Buch
Das bestehende Gewerbegebiet in Gremsdorf stößt nach Angaben der Gemeinde an seine Grenzen. Eine Erweiterung an dieser Stelle ist nicht möglich, weshalb die Gemeinde ein neues Gewerbegebiet bei Buch ins Auge fasst.
Der Gemeinderat hat beschlossen, zunächst das Interesse potenzieller Unternehmen abzufragen. Bürgermeister Simon Fischer erläutert dieser Redaktion, wie weit die Überlegungen gediehen sind, welche Flächen zur Verfügung stehen und welche Auswirkungen die Planung womöglich haben könnte.
Herr Fischer, das bestehende Gewerbegebiet in Gremsdorf stößt an seine Grenzen. Ist es vollständig belegt oder gibt es noch freie Flächen?
Simon Fischer: Es ist vollständig belegt.
Seit wann gibt es das Gewerbegebiet ?
Beschlossen wurde das Gewerbegebiet im August 2000. Mit der Erschließung wurde im November 2000 begonnen, die Straßen waren bis Oktober 2001 gebaut. Die ersten Firmen dürften sich somit ab 2002 dort niedergelassen haben. Das Gebiet umfasst 84.533 Quadratmeter.
Hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren versucht, Flächen im bestehenden Gebiet nachzuverdichten oder zu erweitern?
Das bestehende Gewerbegebiet lässt sich nicht erweitern. Die Straße endet in einer Sackgasse und es gibt keine Möglichkeit, die Straße zu verlängern. Die Auswirkungen und Schwierigkeiten der Sackgasse haben wir alle während der Baustellenzeit gespürt. Die „große Lösung“, von der Bucher Seite aus einzufahren, ist definitiv nicht geplant.
Welche Unternehmen sind im bestehenden Gewerbegebiet angesiedelt?
Im Gewerbegebiet haben sich inzwischen 16 Firmen angesiedelt, viele Arbeitsplätze hängen daran. Neu hinzugekommen sind kürzlich die Arena Drei und Terrassenüberdachungen Hegenberger. Zu den weiteren Betrieben und Geschäften gehören die Bäckerei Burkhard, Burger King , das 50s Diner, L‘arrabbiata, Aral , Estella, Schiesser , s.Oliver , Trigema, Gubor , Players Inn, der Greuther Teeladen, der Kfz-Betrieb Engelhardt und Resmed Healthcare.
In welchem Verfahrensstand befindet sich die Planung für das Gewerbegebiet bei Buch derzeit?
Wir haben zunächst eine Interessenabfrage gestartet. Der Gemeinderat hat den Beschluss gefasst, diese Interessensbekundung durchzuführen. Das bedeutet aber noch nicht, dass das Gewerbegebiet tatsächlich kommt. Wir gehen das langsam an.
Wie viele Interessensbekundungen liegen denn inzwischen vor und wie groß soll das neue Gewerbegebiet werden?
Bisher liegen sieben Interessensbekundungen vor. Angefragt sind derzeit insgesamt etwa 22.000 bis 25.000 Quadratmeter. Das Grundstück, das sich im Besitz der Gemeinde befindet, ist 18.000 Quadratmeter groß. Wir möchten nichts zukaufen. Die Finanzen der Gemeinde sind nicht so gut aufgestellt, deshalb wollen wir unser eigenes Grundstück nutzen.
Was bedeutet das geplante Gewerbegebiet für den Verkehr und das Ortsbild in Buch?
Die Staatsstraße müsste verbreitert werden, das ist derzeit noch in der Verwaltungsgemeinschaft in Klärung. Das Gewerbegebiet liegt außerhalb von Buch, deshalb wird man im Ort selbst nicht viel merken. Wir wollen auch keinen großen Lkw-Verkehr haben. Wir werden wahrscheinlich bei unserer Klausurtagung im Oktober erst besprechen, welche Firmen wir dort überhaupt ansiedeln lassen wollen. Wahrscheinlich werden das eher kleinere Betriebe wie zum Beispiel Handwerksbetriebe sein, die Arbeitsplätze schaffen, als große Lagerhallen, die viel Fläche verschlingen.
Welche Auswirkungen hätte das Gebiet auf Landwirtschaft und Landschaft?
Betroffen wäre ein Maisfeld, das sich im Gemeindebesitz befindet. Mit dem Pächter des Grundstücks haben wir auch bereits gesprochen. Wir wollen keinen Schnellschuss machen, sondern einen Schritt nach dem anderen gehen.
Wie stehen Sie zu dem Argument, dass durch neue Gewerbegebiete immer mehr Flächen versiegelt werden?
Ich verstehe das absolut. Wir brauchen Natur und Landschaft, wir brauchen aber auch Gewerbe, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Wir müssen den Spagat schaffen für Gewerbetreibende, Arbeitgeber und Bürger.
Gibt es Alternativen zum geplanten Gewerbegebiet bei Buch?
Nein, es gibt keine Alternativen.
Was würde passieren, wenn das neue Gewerbegebiet nicht kommt?
Wenn die Entscheidung dagegen ausfällt, passiert nichts weiter. Es gibt keine andere Option. Wir würden nichts Neues erschließen. Dann würden wir vielleicht in ein paar Jahren noch einmal schauen und die Pläne vorerst auf Eis legen.
Wie geht es nun weiter?
Am 10. November findet unsere Klausurtagung statt. Dort werden wir uns unter anderem damit beschäftigen, welche Firmen wir uns für das geplante Gewerbegebiet vorstellen können. Die bisherigen Interessensbekundungen zeigen, dass grundsätzlich Bedarf vorhanden ist. Gleichzeitig wollen wir die weitere Entwicklung Schritt für Schritt angehen.