Der ganz große Tunnelblick

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Bei der Sperrung wird die gesamte Technik des Tunnels bei Eltmann auf Herz und Nieren geprüft. Günter Flegel
Bei der Sperrung wird die gesamte Technik des Tunnels bei Eltmann auf Herz und Nieren geprüft. Günter Flegel

Bis 18. September wird im Schwarzen Berg bei Eltmann gearbeitet – Und die Feuerwehr rückt an

Es ist auf jeden Fall ein cooler, aktuell ein angenehm kühler Arbeitsplatz: Wer darf schon bei der Sommerhitze  im einzigen echten Straßentunnel Nordbayerns arbeiten, schön schattig und rund 80 Meter unter dem Gestein, das sich bei Eltmann/Limbach zum Schwarzen Berg auftürmt? 

Die südliche,  die jüngere der beiden Tunnelröhren, ist aktuell gesperrt, der Verkehr fließt einspurig bei Gegenverkehr durch die Nordröhre.

Aus Sicherheitsgründen gibt es hier umfangreiche Absperrungen und Verkehrsleitsysteme. Es gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern, und Autofahrer tun gut daran, sich daran zu halten. In den Baustelleneinrichtungen „versteckt“ sich gerne mal ein Blitzer.

Wie Alfred Bauer von der Autobahnmeisterei in Knetzgau  im Gespräch mit der Redaktion sagt, läuft im Tunnel bis zum Ende der Sperrung am 18. September  das „volle Programm“.  Das heißt: Kontrolle und Reinigung der gesamten Tunneltechnik von A wie Abwasserschächte bis Z wie Zufluchtsstollen.  

Es werde Licht!

Ein Teil der Technik wird auch komplett erneuert. Darunter das Licht nicht am Ende des, sondern im Tunnel. „Wir bekommen in der Südröhre wie schon in der Nordröhre eine neue LED-Beleuchtung“, sagt Bauer. Wobei „Beleuchtung“ leicht untertrieben ist.

Ähnlich wie die Entlüftung ist auch das Licht im Tunnel eine Wissenschaft für sich. Es gibt eine eigene Norm (DIN 67524), die Art und Stärke der Beleuchtung regelt.

Die Grundsätze: Der Autofahrer soll den Tunnel beim Einfahren nicht als schwarzes Loch wahrnehmen, er soll aber auch nicht von Festbeleuchtung geblendet werden.

Umgekehrt darf er am Ende des Tunnels nicht aus dem Licht plötzlich in die Finsternis abtauchen - und all das flexibel geregelt ja nach Tageszeit. Die Experten sprechen  von  adaptiver Beleuchtung, die die Anpassungsfähigkeit des menschlichen Auges nutzt. 

„Das sind Welten“,  sagt Alfred Bauer zum Unterschied zwischen der alten Beleuchtung in der Südröhre und dem modernen Licht, das schon die Nordröhre erleuchtet. Erkennbar für den Autofahrer ist das an der Farbe: Das LED-Licht ist weiß und nahe am Tageslicht; die alten Natriumdampflampen erzeugen ein gelblich-rötliches Kunstlicht. Als Nebeneffekt sind LED-Leuchten  sparsamer und langlebiger.

Die zweite Neuerung, die man als aufmerksamer Autofahrer nach den Arbeiten im Tunnel sehen wird, ist ein neuer und leistungsfähiger Lüfter, wie Bauer erzählt. Bis zum nächsten Frühjahrsputz 2027 sollte dann erst mal wieder Ruhe sein im Bauch des Schwarzen Berges.

Davor gibt es aber noch einmal richtig Trubel: Am 5. September (Samstag) findet eine Großübung der Rettungsdienste statt. An diesem Wochenende ist der Tunnel, beide Röhren,  wegen der Bauarbeiten komplett gesperrt.

Die Feuerwehr übt

Das nutzen Feuerwehren und Rettungsdienste am Samstag   von 18 bis 22 Uhr für eine Großübung, bei der ein Unfall im Tunnel simuliert wird.

Solche Übungen finden  regelmäßig statt, wenn durch den Tunnel kein Verkehr fließt, um die Zusammenarbeit der Rettungsdienste zu optimieren. Spektakulär war vor zwei Jahren ein Szenario, bei dem ein Fahrzeugbrand im Tunnel nachgestellt wurde und die Rettungsdienste mit Spezialausrüstung anrücken mussten.  Die Erkenntnisse aus den Übungen im Eltmanner Tunnel fließen auch in die Sicherheitskonzepte anderer Tunnel ein.

Der Tunnel „Schwarzer Berg“ ist Teil der Maintalautobahn zwischen Bamberg und Schweinfurt. Baubeginn für die A70 (E48) war 1984   mit dem Spatenstich für die Tunnelröhre Nord. Sie war 1986 fertig.

Dann gab es wegen der Wiedervereinigung und zahlreicher Bauprojekte Deutsche Einheit eine lange Pause. Mit dem Bau der Südröhre wurde 2002 begonnen, fertig war sie 2004. 2006  war die Mainbrücke Eltmann fertig und die Maintalautobahn durchgehend vierspurig befahrbar.