„Man spart sich das Fitnessstudio“

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Zusteller Mamed Aga liefert seine Pakete auch am Schützenfest aus. Für seinen Job braucht er eine gute körperliche Verfassung.Jochen Hümmrich-Welt
Zusteller Mamed Aga liefert seine Pakete auch am Schützenfest aus. Für seinen Job braucht er eine gute körperliche Verfassung.Jochen Hümmrich-Welt
Die Gesprächspartner: Zusteller Mamed Aga (links), Pressesprecherin Jasmin Derflinger (DHL und Deutsche Post Süddeutschland), Standortleiter Hakan Bozkaya.
Die Gesprächspartner: Zusteller Mamed Aga (links), Pressesprecherin Jasmin Derflinger (DHL und Deutsche Post Süddeutschland), Standortleiter Hakan Bozkaya.
 

Zusteller bei der Post: Pakete bis 31,5 Kilogramm, viel Lauferei und gelegentlich ein Kaltgetränk

Sie bringen Briefe, Zeitschriften, Päckchen und Pakete. Sie kennen die Wege zur Haustür und zum bevorzugten Abstellort. Im Gespräch mit unserer Redaktion schildern der Lichtenfelser DHL-Standortleiter Hakan Bozkaya und Zusteller Mamed „Memo“ Aga ihren Berufsalltag , den Ablauf eines ganz normalen Tages in der Niederlassung.

Im Bereich der Niederlassung Lichtenfels gebe es 20 Bezirke, was es notwendig mache, die Zustellung früh zu organisieren, erzählt Bozkaya. Der Arbeitstag beginne um 1 bis 7.15 Uhr, nicht zuletzt, um schnell reagieren und eventuelle Ausfälle kompensieren zu können. In der Regel werde dies durch das ganze Team aufgefangen.

Ansonsten sei die Hauptaufgabe eines Standortleiters das Organisieren eines guten Teamgeistes und einer hohen Arbeitsmotivation selbst bei Temperaturen von bis zu 35 Grad.

Und welche Fähigkeiten, Fertigkeiten, Charaktereigenschaften qualifizieren einen zum DHL-Standortleiter? Hakan Bozkayas Antwort: „Know-how!“ Bei der Mitarbeiterführung habe ein Quereinsteiger größere Schwierigkeiten zu gewärtigen als jemand, der sich bei DHL und Deutscher Post hochgearbeitet habe.

Viel frische Luft

Er selbst sei jetzt über 25 Jahre bei der Post, erzählt Hakan Bozkaya. „Ich war selber auch Zusteller, Vertreter, Springer.“ Als Sportler sei er auch Trainer, was durchaus auf seine derzeitige Tätigkeit übertragbar sei – das Führen einer Mannschaft, Loyalität, eine gewisse Konsequenz im Umgang, Fairness. Besonders wichtig sei jedoch Teamwork.

Er könne den Beruf des Zustellers empfehlen, nicht nur wegen der vielen Bewegung an der frischen Luft, sagt der Niederlassungsleiter. Man sei bei der Zustellung gewissermaßen auch sein eigener Chef.

Freilich: Was da ist, muss abgearbeitet und ausgeliefert. Am Tag des Besuchs der Redaktion müssen rund 2300 Pakete zugestellt werden. Das übernehmen die 19 Verbundzusteller, das bedeutet also ungefähr 120 Pakete pro einzelnem Bezirk. Dazu kommen 400 bis 500 Briefe pro Tag. Dafür stehen 26 Fahrzeuge im Fuhrpark zur Verfügung, zwei von ihnen als Notreserve. Sie sind schon älter.

Das Kuriose: Die Post verfügt auch über Rechtslenker, also Fahrzeuge mit Steuerrad rechts statt links. Das sind die sogenannten Gigaboxen, die rund 160 Pakete fassen können und elektrisch angetrieben sind. Vorteil des Rechtslenkers aus Sicht der Post: Der Fahrer steigt rechts aus, also auf der Bürgersteigseite, und ist somit weniger gefährdet als auf der linken Fahrzeugseite.

Die Zusteller haben ganz schön was zu wuchten: bis zu 31,5 Kilogramm dürfen Pakete wiegen. Daneben gebe es Sperrgüter, sagt Bozkaya. Sie dürfen nur gewisse Maße haben, zum Beispiel große Fernseher, Minikühlschränke oder Möbel.

Das Zustellgebiet der Niederlassung habe einen Umkreis von rund 30 Kilometern, erzählt Hakan Bozkaya. Dazu gehören Lichtenfels Reundorfer Teil, Schney, Michelau, Weidhausen, Trieb, Lahm, Klosterlangheim, Mönchkröttendorf, Isling.

Und noch etwas Statistik: 20 bis 30 Prozent der Zusteller sind weiblich. Insgesamt sind 35 Zusteller und Zustellerinnen bei der Niederlassung beschäftigt.

Einer von ihnen ist Mamed „Memo“Aga. „Zusteller bei der Deutschen Post“ lautet seine Berufsbezeichnung. Seinen typischen Tagesablauf schildert er wie folgt: Dienstbeginn sei um 7.30 Uhr. Da beginne sein Tag mit dem Aufstecken der Briefe und dann dem Aufteilen der Pakete. Anschließend werde bis zur Abfahrt das Auto beladen.

Freundlichkeit ist wichtig

Er bestätigt, was schon bei Hakan Bozkaya anklang: Um Zusteller zu sein, brauche man Gesundheit und eine gewisse Sportlichkeit, kurz: eine gute körperliche Verfassung. Wichtig sei auch ein freundlicher Umgang mit den Kunden: „Freundlichkeit unabhängig von allen äußeren Umständen“, wie er sagt.

Auch untereinander ist Freundlichkeit und ein kollegialer Umgang wichtig – gerade gegenüber den weiblichen Kolleginnen. Denen werde zum Beispiel ganz selbstverständlich bei schweren Paketen geholfen.

Gibt es irgendein Ereignis, eine Begegnung oder Begebenheit, die ihm dauerhaft in Erinnerung bleiben werden? Mamed Aga muss nicht lang zurückdenken: „Das sind die kalten Getränke, die ich von den Kunden während der Zeit der besonders heißen Außentemperaturen bekommen habe.“

Wer nun mit dem Beruf des Zustellers liebäugelt, müsse drei Dinge mitbringen, sagt Mamed Aga: „Freundlich sein, körperlich fit sein, Spaß an der Arbeit haben!“ Und weiter: „Als Zusteller erspart man definitiv sich das Fitnessstudio !“