Im Jahre 1919 wurden drei SPD-Ortsvereine gegründet, die sich 2007 zu einem zusammenschlossen. Gemeinsam feierten die Genossen jetzt das große Jubiläum.
Seit 100 Jahren ist die SPD aus Ebersdorf nicht mehr wegzudenken. Mit einem Festakt wurde dieses Jubiläum am vergangenen Samstag gebührend gefeiert. Es waren gleich drei Ortsvereine die 1919 aus der Taufe gehoben wurden. Am 23. Februar 1919 fand die Gründungsversammlung in Frohnlach statt. Einen Monat später schlossen sich die Genossen in Ebersdorf zusammen. Am 3. Juni 1919 folgte Großgarnstadt. Die drei Ortsvereinen schlossen sich dann am 30.Juni 2007 unter dem Namen SPD Ebersdorf zusammen. Dass die Vorsitzende des Ortsvereins, Sabine König, von einem 300. Geburtstag sprach, war daher nicht weit hergeholt.
Als Festredner konnte der stellvertretende SPD Landesvorsitzende Mattias Dornhuber (Fürth) gewonnen werden. In seinem mit viel Applaus bedachten Vortrag ging er nicht nur auf die Geschichte der SPD ein, sondern durchleuchtete auch die SPD von heute. So stellte er fest, dass in den letzten 100 Jahren ein unvorstellbarer Wandel stattgefunden hat, der aber eine Konstante hat: die SPD. "Und dies seit 156 Jahren in Deutschland und nun schon seit 100 Jahren in Ebersdorf", so Dornhuber.
Keinen Hehl machte er daraus, dass den Sozialdemokraten heute ein rauer Wind entgegen weht. "Bundes- und Landtagswahlen waren ein Schlag in den Nacken", kommentierte der 36-jährige Franke die letzten Wahlergebnisse und machte den Anwesenden gleich wieder Mut: "Wir haben viel schwerere Zeiten überstanden und der enorme Andrang bei unseren Regionalkonferenzen hat gezeigt, dass die SPD lebt", betonte Matthias Dornhuber. Zuversichtlich zeigte er sich, als er meinte: "Unsere über 400 000 Mitglieder sind noch auf dem Platz und wollen spielen, wollen weiterkämpfen für eine bessere Welt".
Klare Worte fand er zu der oft geschriebenen Behauptung, dass die Sozialdemokratie sich selbst überlebt hätte, weil sie ihre Ziele erreicht hat. "Nichts könnte falscher sein", rief er den Gästen des Festabends zu. Dornhuber weiter: "Die eigentlichen Aufgaben liegen noch vor uns. Wir müssen dem globalen Kapitalismus und die globalen Märkte so zum Wohle aller einhegen, wie uns das im nationalen Rahmen bereits einmal gelungen ist".
Nach seinen Worten hat die SPD sehr viel für die Menschen im Land bewirkt, leider fand dies nach seiner Auffassung nicht die Beachtung, die das Erreichte verdient hätte. Dornhuber wäre kein Sozialdemokrat, wenn er nicht den Rechtsruck in der Gesellschaft thematisiert hätte. "Zusammenhalt, ein Bekenntnis zur Demokratie und zur freien Gesellschaft ist heute wieder so nötig wie nie", betonte der Politiker. Dornhuber erinnerte an die Rede des Sozialdemokraten Otto Wels vom 23. März 1933, als sich die SPD als einzige Partei gegen das Ermächtigungsgesetz aussprach. Den gespannt lauschenden Zuhörern rief er die letzten Worte dieser Rede in Erinnerung: "Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht."
So war es in Ebersdorf
Einen Rückblick auf 100 Jahre SPD Ebersdorf präsentierten Vorsitzende Sabine König und ihr Stellvertreter Michael Butz. Auf ihrer Zeitreise durchleuchteten sie nicht nur Stationen im Vereinsleben, sondern gingen auch auf weltpolitische Ereignisse ein. Angesichts der Erfolge, die die SPD in der Vergangenheit für die Menschen erzielt habe, warnte Kreisvorsitzender Carsten Höllein davor, zu viel Pathos zu pflegen. Selbstkritisch meinte er: "Die SPD hat nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen". Für ihn gilt: "nicht in der Vergangenheit schwelgen, sondern Gegenwart gestalten und Zukunftsperspektiven entwickeln".
Bezirksvorsitzender Jörg Nürnberger lobte die Gründungsväter der Ebersdorfer SPD die vor 100 Jahren eine weise und zukunftsweisende Entscheidung getroffen hätten. Am Beispiel eines türkischen Bürgermeisters führte er vor Augen, dass Sozialdemokraten auch heute noch von der Staatsmacht für ihre Ideale verfolgt werden.
Vor hundert Jahren war die SPD auch noch eine Arbeiterpartei, die sich energisch für diese Wählerschaft einsetzte und viel Gutes erreicht hat.
Seit der Ära Schröder ist dies endgültig vorbei und das was vor vielen Jahren erkämpft wurde, das wurde zum großen Teil einfach wieder abgeschafft, somit hat diese Partei so ziemlich sämtliche Stammwähler vergrault.
Die Abkürzung KPD ist ja schon vergeben, ansonsten hätte sich die SPD durchaus in Kapitalisten Partei Deutschlands umbenennen können. Komischerweise rätseln die Genossen immer noch, warum sie nur noch so schlechte Wahlergebnisse erzielen.