Die marode Brücke in Marktrodach wird nach einem Grundsatzbeschluss des Gemeinderates ersetzt. Über die Details ist noch nichts entschieden.
Hochkochende Emotionen und erhitzte Gemüter - in der letzten Gemeinderatssitzung in Marktrodach stieg der Geräuschpegel zeitweise erheblich. Beim Tagesordnungspunkt fünf, "Erneuerung des Hirtensteges", meldeten sich unzufriedene Bürger und verlangten nach einer Lösung.
Im Raum standen mehrere Varianten des Neubaus oder der Sanierung und die wiederum mit oder ohne Förderungen. Unter dem Strich wollte Bürgermeister Norbert Gräbner eigentlich die Erneuerung in Form einer Rad- und Fußwegbrücke empfehlen. Doch bevor es dazu kommen konnte, meldeten sich Betroffene.
Einer der Wortführer war Günter Pohl, der darauf hinwies, dass das Problemkind "Hirtensteg" ja schon seit 18 Jahren existiere und nichts passiert sei. Er verlangte, dass man auch kostengünstige Lösungen für einen Neubau der Brücke, auch für den Pkw-Verkehr, prüfen solle. Dafür müsse man kein Planungsbüro beauftragen, das wieder nur Kosten verursache. "Die Gemeinde soll sich selber Gedanken mal machen."
Hier erwiderte der Bürgermeister, dass man sicher keine "selbstgestrickte" Brücke bauen werde. Und während Gemeinderat Michael Stöhr (CSU) die Finanzierungsidee fehlte und er auch ein Versäumnis seitens des Gemeinderats einräumte, wollte Helmut Wich-Heiter (SPD) die Emotionen erst einmal herausnehmen. Er selber arbeite in einer Baufirma, und ihn hätten die veranschlagten "Grobschätzungen" für einen Neubau in Höhe von etwa 445 000 Euro für Fußgänger und Autofahrer ebenfalls überrascht. Er verwies auf kostengünstigere Varianten.
Noch weitere Zuschauer und Gemeinderäte meldeten sich darauf hin zu Wort, und die Diskussion schien kein Ende zu nehmen. Als Ergebnis beschloss man dann (mit einer Gegenstimme) den Neubau einer Brücke "in jeglicher Form und Bauweise" mit einer Traglast von bis zu drei Tonnen. Nach Lage der Dinge wird der "Hirtensteg" eventuell ein Fortsetzungsroman mit offenem Ausgang. Und das wohl auch im Hinblick darauf, dass in diesem Jahr noch acht Brücken in Marktrodach zu prüfen seien. Man habe dies an das Planungsbüro IVS in Kronach übergeben.
Zur Ausweisung des Baugebietes "Am Steinbruch" informierte Architektin Syndia Wiegand vom Planungsbüro HTS über den Sachstand. Hier habe man eine frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange durchgeführt. Sie verlas unter anderem die Empfehlungen der oberfränkischen Regierung. Diese werde man einarbeiten und den Bebauungsplan und die sechste Änderung des Flächennutzungsplans erneut auslegen. Interessenten der Baugrundstücke empfahl Geschäftsführerin Katja Wich im Hinblick auf das angrenzende Sägewerk: "Kommen Sie nicht nur am Sonntagnachmittag, sondern auch mal unter der Woche, denn das Sägewerk ist nun mal da."
Bürgermeister Norbert Gräbner: "Das in Auftrag gegebene Lärmschutzgutachten ist in den Endzügen, nach dem in der vergangenen Woche das beauftragte Büro eine Messung an der Lärmschutzquelle unter Volllast vornehmen konnte."