Heinrich Kogel von der Abfallwirtschaft sagt: "Wir sind nur der Abholer, wenn die Bedingungen nicht eingehalten werden, gibt es keine Leistung." So einfach ist das, auch für die Stadt.
Thomas Jungbauer habe die Mieter aufgefordert, den Müll nach der fehlgeschlagenen Abholung noch einmal zu sortieren. Solange der Müll aber auf dem Bürgersteig lag, war es die Aufgabe der Stadt - nicht als Verwalter des Gebäudes, sondern als Ordnungsamt - für die Sicherheit entlang der Straße zu sorgen.
Um die Behinderung des öffentlichen Raums so gering wie möglich zu halten, hält das Landratsamt die Bürger dazu an, den Müll erst am Vorabend zur Abholung bereitzustellen. Das hat in diesem Fall nicht funktioniert. Liegt der Müll aber auf dem Grundstück ist er Privatsache. Das heißt konkret: Solange er auf dem Bürgersteig lag, hatten die Nachbarn alles Recht, sich über die Behinderung zu beschweren. Ist es nun aber wie jetzt, dass der Sperrmüll erneut im Innenhof gelagert wird, liegt die Verantwortung alleine beim Hausbesitzer, wie und wann er den Müll entsorgt.
Das Thema ist vom Tisch
Dementsprechend sagt Jungbauer auch, nachdem der Müll wieder auf dem Grundstück liegt: "Jetzt ist das Thema wieder vom Tisch." Natürlich kann er die Anwohner verstehen, dass sich gerade so kurz vor Weihnachten der Müll stapelt, betont aber auch, dass die Sache nun geklärt sei. Weder Nachbarn noch die Zeitung hätten sich dafür zu interessieren.
Richtig ist jedenfalls: Der Müll ist dort, wo er sein darf. Eine Anfrage für einen erneuten Abholversuch ist gestellt, aber der Termin steht noch nicht fest. Im Idealfall finde die Stadt eine schnelle Lösung mit dem Landratsamt, so Jungbauer. Anderenfalls müsse sie, wie jeder Bürger auch, auf den zugewiesenen Termin warten. Das ist auch die Haltung von Kögel, der sagt, "die Zuständigkeiten sind genau geklärt." Womit die Sache für ihn wiederum sehr einfach ist: Anfrage, Termin, Abholung.
Während also geklärt ist, dass sich die Stadt kümmert, aber nicht geklärt ist, wie lange der Sperrmüll noch im Innenhof liegen wird, bleibt ein Vorwurf anderer Art, den Gerhard Reichel formuliert, bestehen: "Die Stadt müsste hier Vorbildcharakter zeigen. Eine Stadt darf sich so etwas nicht erlauben."
Info So geht"s gut mit dem Müll
Wer seinen Sperrmüll vom Abfallmanagement kostenfrei abholen lassen will, muss einiges beachten. Anderenfalls wird der Müll nicht mitgenommen. Hier einige wichtige Punkte.
Termin Zwei Mal im Jahr kann man online einen Termin zur Abholung beantragen, aber nur Eigentümer oder Verwalter - nicht die Mieter. Gebührenfrei sind insgesamt nur 4 Kubikmeter pro Haushalt im Jahr. In Folge wird einem ein Termin zugewiesen, der für alle Haushalte auf einem Grundstück gilt. Mitunter muss man sich auf Wartezeiten von einigen Wochen einstellen.
Erlaubt Mitgenommen werden Möbel und sperrige Einrichtungsgegenstände, wie zum Beispiel Matratzen, Sofas, Teppiche, Spiegel, Ski und Eimer mit Dispersionsfarbe. Ebenso werden maximal fünf Elektrogroßgeräte - etwa Waschmaschine, Kühlschrank, Herd - mitgenommen.
Nicht erlaubt Nicht mitgenommen wird Bauholz, Metall, Baustellenabfälle sowie unter anderem Gegenstände aus dem Außenbereich. Darunter fallen Zäune oder Gartenhäuschen. Chemikalien, Verkaufsverpackungen/Kartons, Reifen oder Altkleider werden ebenso nicht mitgenommen wie kleinteiliger Restmüll und Müllsäcke.
Abholung Am Vorabend, spätestens aber um 6 Uhr des Abholtages sollte der Müll erreichbar bereitgestellt werden. Die Einzelteile dürfen maximal zwei Meter lang und 40 Kilo schwer sein. Außerdem muss der Müll nach Holzmöbeln, sperrigen Gegenständen und Elektrogroßgeräten sortiert werden. Nur dann wird eine Abholung gewährleistet.
Internet Weitere Informationen zum Sperrmüll lassen sich auf der Homepage des Landkreises unter www.lra-fo.de finden. Möglich ist auch, manche gut erhaltenen Stücke vom Gebrauchtwarenhof Pack mer's abholen zu lassen: www.packmers-im-web.de.