Zweite Ministerin geht: Warum Trump sein Kabinett umbaut
Autor: Anna Ringle und Franziska Spiecker, dpa
, Freitag, 03. April 2026
Im ersten Amtsjahr hielt Trump sein Kabinett voller Loyalisten zusammen. Binnen weniger Wochen baut er jetzt gleich zum zweiten Mal um. Was ist gerade los im Weißen Haus?
Sie waren lautstarke und prominente Persönlichkeiten in Donald Trumps zweiter Amtszeit: Innerhalb weniger Wochen und mitten im Krieg gegen den Iran hat der US-Präsident mit Ex-Heimatschutzministerin Kristi Noem und nun Justizministerin Pam Bondi gleich zwei treue Gefolgsleute in Schlüsselressorts entlassen. Kritiker sehen ein mögliches Ablenkungsmanöver.
In seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) ging Trump beim Kabinettsumbau noch rigoroser vor. Es gab außergewöhnlich viel Personalwechsel, was seine gesamte Agenda überschattete. Die zweite Amtszeit begann unter anderen Vorzeichen, da Trump sich von vornherein getreue Gefolgsleute ausgesucht hatte. Umso erstaunlicher ist, dass er sich nun gleich von zwei Ministerinnen trennt.
Warum baut Trump sein Kabinett um?
Schlechte Umfragewerte und Wahlkampf
Es läuft bereits länger nicht rund für den 79-Jährigen: Schon vor Beginn des Kriegs, der mit massiv gestiegenen Ölpreisen einhergeht, stand Trump innenpolitisch unter Druck. Gleichzeitig rücken die Zwischenwahlen im US-Parlament im November näher - bei denen die knappe Mehrheit der Republikaner im Repräsentantenhaus und im Senat auf dem Spiel steht. Der Wahlkampf hat de facto schon begonnen.
Eine neue Umfrage des Marktforschungsunternehmens SSRS Opinion Panel im Auftrag des TV-Senders CNN legt nahe, dass die Unzufriedenheit der Amerikanerinnen und Amerikaner damit, wie Trump sein Amt ausübt, innerhalb seiner zwei Amtszeiten mit 64 Prozent noch nie so hoch war wie jetzt.
Trump wohl größtes Problem: der Epstein-Skandal
Der Präsident hatte regelmäßig in Bondis Ressort hineinregiert. Er wies die 60-Jährige öffentlich an, gegen seine politischen Gegner juristisch vorzugehen. Bondi setzte dazu mehrmals an – doch Trump ging es offensichtlich nicht schnell und nicht rigoros genug.
Zum Verhängnis wurde Bondi aber wohl vor allem der mit Veröffentlichung der Ermittlungsakten wieder hochgekochte Skandal um den 2019 gestorbenen steinreichen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Dieser hatte vor Jahrzehnten einen Missbrauchsring betrieben, dem junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Epstein hatte beste Kontakte etwa in die High Society der USA. Auch Trump, der einst mit Epstein befreundet war, kommt in den Akten vor. Das allein ist aber kein Beleg für strafbares Verhalten.