Zwei Kriege im Fokus: Netanjahu und Selenskyj bei Trump
Autor: Franziska Spiecker, Sara Lemel und Andreas Stein, dpa
, Dienstag, 28. Juli 2026
Der Ukraine-Krieg wird in den USA schon länger vom Iran-Krieg überlagert – heute stehen beide auf Trumps Agenda. Das ist bei den Treffen mit seinen Kollegen aus Israel und der Ukraine relevant.
Der kürzlich gestorbene US-Senator Lindsey Graham war einer der wichtigsten Unterstützer Israels und der Ukraine in Washington. Nun findet in der US-Hauptstadt eine Trauerfeier für den Republikaner statt, zu der neben Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu ukrainischen und US-amerikanischen Medienberichten zufolge auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet wird. Für beide ist der Besuch nicht zuletzt auch eine willkommene Gelegenheit, US-Präsident Donald Trump zu treffen.
Zentrale Punkte, die dabei relevant sind:
Netanjahu und Trump
Erstes Treffen seit Beginn des Iran-Kriegs
Trump empfing Netanjahu zuletzt im Februar im Weißen Haus. Im Zentrum der Gespräche damals: der Umgang mit dem Iran. Rund zweieinhalb Wochen später starteten die USA und Israel ihre gemeinsamen Angriffe gegen die Islamische Republik. Seitdem sind fünf Monate vergangen – und unterschiedliche Interessen der USA und Israels in dem Krieg zunehmend sichtbar geworden. Während Israel den Krieg Medienberichte zufolge fortsetzen wollte, lag Trumps Fokus zuletzt lange auf einer diplomatischen Lösung.
Nach der jüngsten Eskalation in dem Krieg sind jedoch sowohl die vereinbarte Waffenruhe als auch das Rahmenabkommen Washingtons mit Teheran aktuell Geschichte. Für Trump ist das ein Problem: In knapp 100 Tagen stehen die wichtigen Zwischenwahlen zum US-Kongress an. Der Krieg ist im eigenen Land unbeliebt – und einige in den USA machen Netanjahu dafür verantwortlich, Trump dazu überredet zu haben.
Verhältnis der beiden
In den vergangenen Monaten galt das einst gute Verhältnis der beiden wegen der Differenzen im Iran-Krieg als belastet. Gerade vor einer richtungsweisenden Wahl in Israel im Oktober ist es für Netanjahu nun entscheidend, eine geschlossene Front mit Trump zu präsentieren.