Zugunglück in Spanien: Mindestens 64 Tote – "Menschen flogen durch die Luft"
Autor: Agentur dpa
Madrid, Mittwoch, 28. Oktober 2026
Bei einer Kollision zwischen zwei Hochgeschwindigkeitszügen in Spanien sind mindestens 64 Menschen ums Leben gekommen. Ein Überlebender schilderte die dramatischen Momente des Unglücks.
Bei einem Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge südlich von Madrid sind nach Angaben einer Sprecherin der spanischen Regionalregierung von Kastilien-La Mancha mindestens 64 Menschen ums Leben gekommen.
Die Züge stießen am Morgen nahe Urda in der Provinz Toledo rund 130 Kilometer südlich von Madrid zusammen. Es gebe auch Dutzende Verletzte, sagte Esther Padilla, Sprecherin der Regionalregierung von Kastilien-La Mancha, im spanischen Fernsehen. Zur genauen Zahl der Verletzten gab es zunächst keine Angaben.
Hochgeschwindigkeitszüge in Spanien stoßen zusammen – Zahl der Todesopfer könnte noch steigen
Zwei Waggons eines Zuges des privaten Bahnunternehmens Iryo entgleisten nach dem Zusammenstoß und stürzten nach Angaben des Fernsehsenders RTVE einen Bahndamm hinunter. Nach Angaben Padillas waren im Iryo-Zug 146 Passagiere und ein Baby an Bord. Im Zug der staatlichen Bahngesellschaft Renfe befanden sich demnach 397 Menschen.
Warum es zu dem Unglück kam, war zunächst unklar. Der Iryo-Zug war offenbar aus bislang unbekannten Gründen zum Stehen gekommen. Der nachfolgende Renfe-Zug sei kurz vor neun Uhr auf ihn aufgefahren, hieß es aus Kreisen des spanischen Bahnnetzbetreibers Adif. Beide Züge waren in Richtung Süden nach Andalusien unterwegs. Nach ersten Ermittlungen könnte menschliches Versagen die Ursache sein, berichtete die Zeitung El País.
Der Bahnverkehr zwischen Madrid und Andalusien wurde in beide Richtungen unterbrochen. Am Unglücksort waren Feuerwehrleute aus den nahe gelegenen Orten Alcázar de San Juan und Orgaz sowie Zivilschutzkräfte aus mehreren umliegenden Gemeinden im Einsatz. Zudem wurden drei Rettungshubschrauber und zwei mobile Intensivstationen zur Versorgung der Verletzten eingesetzt. Das Innenministerium in Madrid ordnete außerdem den Einsatz der Militärischen Nothilfeeinheit UME an.
Verheerendes Zugunglück in Spanien: "Menschen flogen durch die Luft"
Ein Überlebender schilderte El País die dramatischen Momente des Unglücks. Jesús Jerónimo saß in einem Waggon des Renfe-Zuges auf dem Weg nach Sevilla und arbeitete an seinem Laptop. "Ich spürte plötzlich eine heftige Beschleunigung und wurde mit voller Wucht gegen den Vordersitz geschleudert. Menschen flogen durch die Luft", sagte der 54-Jährige.
Zunächst hätten die Passagiere gedacht, ihr Zug sei entgleist. Als sie nach und nach ausgestiegen seien, hätten sie gesehen, dass der Zug schräg stand. Es habe viele Verletzte und aufgeregte Menschen gegeben. Jerónimo half anschließend den Rettungskräften, unter anderem indem er Infusionen hielt. Die Feuerwehr konzentrierte ihre Arbeit nach seinen Angaben auf den stärker beschädigten Zug.