XXL-Diagnose für Biden: wie krank ist der "älteste US-Präsident aller Zeiten" wirklich?
Autor: Agentur dpa
USA, Donnerstag, 29. Februar 2024
Wie fit ist Joe Biden? Diese Frage stellten sich nicht nur viele Menschen in- und außerhalb der USA, sondern auch Biden selbst. In einem großen Gesundheitscheck untersuchten mehrere Ärzte den US-Präsidenten.
US-Präsident Joe Biden hat zwar mit allerlei Wehwehchen zu kämpfen, ist nach Einschätzung seiner Ärzte aber uneingeschränkt fit für seinen Job. Das Weiße Haus veröffentlichte am Mittwoch (28. Februar 2024, Ortszeit) den neuesten Gesundheitscheck des 81-Jährigen.
Auf sechs Seiten werden darin diverse kleinere Gebrechen aufgelistet, darunter wie schon in früheren Jahren auch wenig schmeichelhafte Dinge wie allgemeiner "Verschleiß" und ein "steifer Gang". Bidens Arzt bescheinigt dem ältesten US-Präsidenten aller Zeiten aber, er sei "gesund", "aktiv" und ohne Einschränkung in der Lage, die Aufgaben seines Amtes zu erfüllen. Eben daran gibt es wegen Bidens hohem Alter, regelmäßiger kleiner Aussetzer und einem zuletzt veröffentlichten explosiven Untersuchungsbericht in anderer Sache aber durchaus Zweifel.
Hüftbeschwerden, Atmungsstörung, aber "kein Tremor" - Bidens Gesundheitscheck
Es ist eine Besonderheit in der US-Politik, dass Präsidenten regelmäßig offenlegen müssen, wie es um ihre Gesundheit bestellt ist. Rechtlich ist das nicht vorgeschrieben, es ist aber zu einer Art Ritual geworden, um das kein Amtsinhaber herumkommt. Einmal im Jahr lassen US-Präsidenten daher ausführliche Tests und Routine-Untersuchungen über sich ergehen, deren Ergebnisse dann in einiger Ausführlichkeit publiziert werden. Biden besuchte dazu am Mittwoch das Walter-Reed-Militärkrankenhaus nahe der Hauptstadt Washington D.C.
In dem sechsseitigen Bulletin, das sein Arzt Kevin O'Connor im Anschluss herausgab, heißt es, der Demokrat fühle sich gut und es gebe keine neuen gesundheitlichen Bedenken. Aufgelistet sind allerdings diverse bereits bekannte Wehwehchen des Präsidenten. Der 81-Jährige hat demnach mit allgemeiner Abnutzung der Wirbelsäule zu kämpfen. "Der Gang des Präsidenten ist nach wie vor steif, hat sich aber seit letztem Jahr nicht verschlechtert", schrieb der Arzt dazu. Zuletzt habe Biden bei aktiver Betätigung auch vermehrt Beschwerden in der linken Hüfte zu beklagen gehabt.
Seit mehreren Monaten trägt der mächtigste Mann der Welt wegen einer Schlafapnoe außerdem "fast jede Nacht" eine Atemmaske. Das habe sich bewährt, schrieb der Arzt. Eine Schlafapnoe ist eine schlafbezogene Atmungsstörung, bei der Betroffene Atemaussetzer im Schlaf erleiden. Das führt dazu, dass Betroffene morgens nicht erholt aufwachen. Biden leidet außerdem unter einer Refluxkrankheit. Die Verdauungserkrankung hat dem Arzt nach zur Folge, dass Biden sich häufiger räuspern und husten muss.
Immer wieder Thema: Die Sache mit dem Alter
Was der Mediziner, wie in früheren Berichten, sonst noch anmerkt: Der Präsident rauche nicht, trinke keinen Alkohol und treibe an "mindestens fünf Tagen pro Woche" Sport. Er sei 1,83 Meter groß und wiege knapp 81 Kilogramm. Die Ergebnisse des Berichts gleichen weitgehend den Resultaten früherer Untersuchungen. Bidens Alter ist bei der Lektüre des Bulletins dennoch omnipräsent - etwa in Bemerkungen, dass es keine Anzeichen für mögliche Schlaganfälle oder Parkinson gebe und der Präsident "keinen Tremor" aufweise.
Die Präsidenten der USA: Historische Porträts von George Washington bis Joe BidenDer Gesundheitszustand des Präsidenten stößt in den USA generell auf ein großes öffentliches Interesse. Für Biden gilt das angesichts seines hohen Alters umso mehr. Er war 2021 als ältester Präsident aller Zeiten ins Weiße Haus eingezogen und will im November für eine zweite Amtszeit antreten. Sollte er das schaffen, wäre er an deren Ende 86 Jahre alt. In Teilen der Bevölkerung und Bidens eigener Partei hält sich der Enthusiasmus für seine Wiederwahlkampagne daher in Grenzen.