WM 2026: Skandal um Rote Karte - Klopp schießt gegen Trump und Infantino
Autor: Redaktion, Agentur dpa
Seattle, Montag, 06. Juli 2026
Die Rücknahme der Roten Karte gegen den US-Shooting-Star Folarin Balogun hat sich zu einem handfesten Skandal entwickelt. Auch Jürgen Klopp ist fassungslos.
Update vom 06.07.2026, 12.32: WM 2026: Klopp schießt gegen Trump und Infantino
Im Streit um die ausgesetzte Rot-Sperre des US-Nationalstürmers Folarin Balogun hat der belgische Fußballverband Einspruch gegen die Entscheidung der FIFA erhoben. Der Weltverband habe Belgien das Recht eingeräumt, gegen den Beschluss vorzugehen, berichtete "The Athletic" unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen.
Dass Präsident Trump bei der ominösen Aufhebung der Rot-Sperre für US-Shooting-Star Folarin Balogun seine Finger im Spiel gehabt haben soll, sorgt in der Fußballwelt für allgemeine Empörung.
Brisante Entscheidung löst WM-Skandal aus - Belgien legt Einspruch ein
Dem Bericht von "The Athletic" zufolge mussten sowohl der belgische als auch der US-Verband ihre Stellungnahmen bis Montagmorgen (Ortszeit) einreichen. Ein Mitglied des FIFA-Berufungsausschusses, das weder dem UEFA- noch dem CONCACAF-Verband angehört, soll über den Fall entscheiden. Ob noch vor dem Anpfiff des Achtelfinales eine Entscheidung getroffen wird, bleibt unklar. Balogun hatte im WM-Spiel gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte erhalten, nachdem er unabsichtlich auf dem Knöchel seines Gegners gelandet war, und war zunächst für ein Spiel gesperrt worden.
Die FIFA setzte die Sperre später mit Verweis auf Artikel 27 ihres Disziplinarreglements, der die Aussetzung einer Disziplinarmaßnahme ganz oder teilweise erlaubt, für ein Jahr zur Bewährung aus. Damit ist der Stürmer nach aktuellem Stand für das Achtelfinale der USA gegen Belgien am Dienstag (2.00 Uhr/MESZ) spielberechtigt. Der "New York Times" und der Nachrichtenagentur AP zufolge soll der Aussetzung der Sperre ein Anruf von US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Chef Gianni Infantino vorausgegangen sein. Die Entscheidung der FIFA und die Berichte über mögliche Hintergründe stießen weltweit auf Kritik. Der Königliche Belgische Fußballverband hatte die Entscheidung als "direkten Widerspruch" zu den Wettbewerbsbestimmungen bezeichnet und angekündigt, "alle Optionen" zu prüfen.
"The Athletic" zufolge soll der Verband außerdem die vollständige Begründung für die Aussetzung der Sperre angefordert haben. Auch Jürgen Klopp, aktuell für Magenta TV als WM-Experte im Einsatz, fand deutliche Worte: "Wenn das wirklich Trump und Infantino miteinander ausgemacht haben, das ist verrückt. Das stellt alles infrage", sagte Klopp und meinte: "Diese beiden Menschen, die beide keine Ahnung von Fußball haben, sollten gar nichts damit zu tun haben".
DFB-Präsident Neuendorf fordert Aufklärung
Neben Klopp hat sich mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf auch sein möglicher zukünftiger Vorgesetzter zu Wort gemeldet. Der 65-Jährige reagierte mit einer scharfen Aufforderung an den Fußball-Weltverband auf den Fall Folarin Balogun: "Die FIFA sollte sich jetzt rasch zu Berichten erklären, wonach der Entscheidung zur Aussetzung der Roten Karte gegen den amerikanischen Spieler Folarin Balogun ein Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino vorausgegangen sein soll", erklärte der Spitzenfunktionär in einer Stellungnahme.
"Der Eindruck, dass es hier eine aktive Einflussnahme der Politik auf den Sport gegeben hat, muss zügig und schlüssig ausgeräumt werden. Es geht um die Integrität des Wettbewerbs und die Glaubwürdigkeit der FIFA", sagte Neuendorf weiter. Auch die Europäische Fußball-Union zeigte sich in einem Statement kritisch. "Die gestrige Entscheidung, die Umsetzung der automatischen Sperre für ein Spiel nach der Roten Karte für den Spieler Folarin Balogun für eine Probezeit von einem Jahr auszusetzen, hat eine rote Linie überschritten", schrieb die UEFA in einem Statement. "Wir bringen unsere Fassungslosigkeit angesichts einer solch beispiellosen, unverständlichen und ungerechtfertigten Entscheidung zum Ausdruck".