Wie der Iran-Krieg das US-Saudi-Bündnis unter Druck setzt
Autor: Amira Rajab, dpa
, Samstag, 09. Mai 2026
Der Iran-Krieg bringt das Verhältnis zwischen den USA und Saudi-Arabien ins Wanken. Riad blockiert einen US-Militäreinsatz - und stellt damit eine jahrzehntelange Allianz auf die Probe.
Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar sind auch die traditionellen Allianzen in der Golfregion einer schweren Belastungsprobe ausgesetzt. Besonders das Verhältnis zwischen Washington und Riad steht unter Druck. Im Zuge des Krieges wurden die Golfstaaten – als Stationierungsorte für zahlreiche US-Truppen – immer wieder zur Zielscheibe iranischer Angriffe.
Einst bezeichnete US-Präsident Donald Trump Saudi-Arabiens Kronprinzen und de-facto Herrscher Mohammed bin Salman noch als «fantastischen Kerl». Heute stellt er ihn zur Schau: «Er sollte lieber nett zu mir sein», sagte er noch zu Beginn des Krieges und fügte hinzu, der Kronprinz hätte selbst nie gedacht, dass er sich so sehr bei Trump einschmeicheln würde. Bei der Abwehr iranischer Raketen kamen vor allem USA-Abfangraketen zum Einsatz. Doch Saudi-Arabien will nicht noch weiter in den Krieg hineingezogen werden.
Kommt es nun zum Bruch zwischen den einstigen Verbündeten? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.
Was verbindet die USA und Saudi-Arabien?
Die USA und das islamisch-konservative Königreich sind eigentlich seit Jahrzehnten Partner. Die militärische Zusammenarbeit ist ein zentraler Pfeiler der Beziehungen. Die Vereinigten Staaten sind an mehreren Militärstandorten in Saudi-Arabien präsent. Am größten Luftwaffenstützpunkt Prinz Sultan sind rund 2.000 US-Truppen stationiert.
Während Washington dem Königreich militärischen Schutz bietet, bleibt Saudi-Arabien als führender Ölproduzent, regionaler Machtfaktor und wichtiger Investor in den USA zentral für amerikanische Interessen. Die USA schützen Saudi-Arabien insbesondere vor Bedrohungen durch den Iran und mit dem Iran verbündete Gruppen wie die Huthi im Jemen.
Was ist nun vorgefallen?
Eigentlich wollte Trump in der Straße von Hormus Stärke demonstrieren. Sie ist unter anderem als Transportweg für den Export von Öl- und Flüssiggas von entscheidender Bedeutung für die Weltwirtschaft. Der Iran hat die Schifffahrt in der Passage seit Kriegsbeginn mit Angriffen und Drohungen praktisch zum Erliegen gebracht.
Am Montag starteten die USA schließlich das «Projekt Freiheit», um die weitgehend blockierte Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen. Doch nur rund einen Tag darauf kündigt Trump überraschend an, den Einsatz «für kurze Zeit» auszusetzen. Sein «Projekt Freiheit» wurde jedoch nicht vom Gegner in Teheran ausgebremst, sondern wohl durch den Widerstand der engsten Verbündeten am Golf.