Widersprüchliche Signale: Kommt ein Abkommen mit dem Iran?
Autor: dpa
, Dienstag, 24. März 2026
Trump setzt Angriffe auf iranische Kraftwerke aus – doch Raketen und Drohnen fliegen weiter. Kommen Verhandlungen über ein Ende des Krieges zustande? Trump und Teheran senden widersprüchliche Signale.
Während US-Präsident Donald Trump trotz gegenteiliger Signale aus dem Iran Hoffnung auf ein mögliches Abkommen zur Beendigung des Krieges verbreitet, gehen die Kämpfe vorerst weiter. Israels Luftabwehr war in der Nacht erneut wegen gleich mehrerer Raketenangriffe des Erzfeindes im Einsatz. Auch Saudi-Arabien und Bahrain meldeten wieder Beschuss durch Drohnen und Raketen. Israel setzt wiederum seine Attacken im Iran und im Libanon fort, wie Regierungschef Benjamin Netanjahu ankündigte.
Zuvor hatte Trump ultimativ angedrohte Angriffe auf iranische Kraftwerke verschoben und dies als Ergebnis «sehr guter und produktiver Gespräche über eine vollständige und endgültige Beilegung unserer Feindseligkeiten» in den vergangenen Tagen bezeichnet. Ursprünglich hatte er Teheran eine Frist bis zur heutigen Nacht gesetzt, die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Straße von Hormus zu öffnen - andernfalls wollte er Irans Kraftwerke zerstören lassen.
Bericht: Tausende US-Soldaten auf dem Weg
Derweil werden nach «Wall Street Journal»-Informationen am Freitag Tausende US-Marines im Nahen Osten eintreffen – genau an dem Tag, den Trump als neue Frist für den Iran gesetzt hat, die Straße von Hormus wieder zu öffnen.
Das amphibische Angriffsschiff «USS Tripoli», das Schiff «USS New Orleans», das Truppen und Ausrüstung an Land bringt, und rund 2.200 Marines würden an dem Tag in den Zuständigkeitsbereich des für Nahost zuständigen US-Kommandos übergehen, heißt es unter Berufung auf Beamte. Es werde dann noch einige Tage dauern, bis sie die Straße von Hormus erreichen, hieß es.
Das US-Nachrichtenportal «Axios» hatte kürzlich berichtet, Trumps Regierung habe Pläne erwogen, Irans Öl-Insel Charg zu besetzen oder zu blockieren, um den Iran dazu zu bewegen, die wichtige Meerenge wieder freizugeben. Einige Tage zuvor hatte das US-Militär Dutzende militärische Ziele dort bombardiert.
Nach Trumps Mitteilung, bis Freitag auf Attacken gegen Kraftwerke und Energieinfrastruktur zu verzichten, war der Ölpreis gesunken. Trump hatte zuvor erklärt, man werde voraussichtlich am Montag (Ortszeit) mit der iranischen Seite telefonieren. Aus Teheran gab es dafür allerdings keine Bestätigung.
Verhandlungen in Islamabad?
Auch hatte Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf dementiert, dass es Verhandlungen mit den USA gegeben habe. «Fake News» würden genutzt, um die Finanz- und Ölmärkte zu manipulieren und dem «Sumpf zu entkommen, in dem die USA und Israel feststecken». Nach Informationen des US-Nachrichtenportals «Axios» hatten jedoch Ägypten, Pakistan und die Türkei am Sonntag zwischen den USA und Iran vermittelt und dabei versucht, für Montag ein Telefonat zwischen Ghalibaf und Trumps Team zu arrangieren.
Die vermittelnden Länder versuchten, ein Treffen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu ermöglichen, zitierte Axios einen namentlich nicht genannten israelischen Beamten. Daran würden Ghalibaf und andere Beamte als Vertreter Teherans sowie auf US-Seite der Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und vielleicht US-Vizepräsident JD Vance teilnehmen – möglicherweise noch in dieser Woche, hieß es.