Was vom Nato-Gipfel zu erwarten ist
Autor: Martin Romanczyk und Ansgar Haase,dpa
, Dienstag, 07. Juli 2026
Ist Donald Trump nachtragend? Hat Nato-Generalsekretär im Stillen die Wogen wegen des Iran-Kriegs geglättet? Kann Europa selbstbewusst beim Nato-Gipfel auftreten? In Ankara wird es Antworten geben.
Sucht US-Präsident Donald Trump auf dem Nato-Gipfel Streit? Die Kriege im Iran und in der Ukraine sowie die Lastenverteilung im Bündnis bieten beim heute beginnenden Treffen der 32 Staats- und Regierungschefs in der türkischen Hauptstadt Ankara auf jeden Fall genug Zündstoff.
Trump hat vor dem zweitägigen Gipfel erneut über die Höhe der Verteidigungsausgaben großer europäischer Partner wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien gelästert. Während des Iran-Krieges kritisierte der US-Präsident die ausgebliebene Solidarität einiger Alliierter. Und dann gibt es da auch noch den Zoff Trumps mit Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.
Kann Nato-Generalsekretär Mark Rutte trotz dieser schwierigen Ausgangslage wie im vergangenen Jahr in Den Haag einen erfolgreichen Gipfel organisieren?
Was sich Deutschland vom Gipfel erhofft
Trump nannte auch Deutschlands Nato-Beitrag «lächerlich». Das will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Ankara nicht auf sich sitzen lassen. Wie aus seinem Umfeld verlautet, ist er eher optimistisch für den Ausgang des Gipfels. Er hoffe, dass so etwas wie «ein Geist von Ankara», entstehe. Sticheleien von Trump hin oder her, von Ankara solle das Signal ausgehen: «Wir bauen eine europäischere Nato, damit diese Nato transatlantisch bleiben kann».
Und dann ist da noch das milliardenschwere U-Boot-Geschäft mit Kanada. Es geht nicht nur um U-Boote, sondern auch um eine Zusammenarbeit über Jahrzehnte. Kanada kauft bis zu zwölf U-Boote bei der Kieler Werft TKMS. Die Verkündung kurz vor dem Nato-Gipfel wertete Merz als «starkes Zeichen» der transatlantischen Zusammenarbeit.
Hilfe für die Ukraine
Beim Nato-Gipfel im vergangenen Jahr bekam der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nur nationale Zusagen - aber keine des Bündnisses. Das soll in Ankara nun anders werden. Das von Russland angegriffene Land soll ein neues Versprechen für milliardenschwere Militärhilfen bekommen. Darüber gibt es schon eine grundsätzliche Einigung, die die Gipfelrunde jetzt abschließend billigen soll.
Konkret geht es darum, über zwei Jahre hinweg eine Mindestfinanzierung in Höhe von 70 Milliarden Euro pro Jahr für militärische Ausrüstung, Unterstützung und Ausbildung bereitzustellen - also insgesamt 140 Milliarden Euro.