Was Trump passieren kann, wenn die Republikaner verlieren
Autor: Franziska Spiecker, dpa
, Donnerstag, 29. Oktober 2026
In Trumps zweiter Amtszeit fiel das Parlament als Kontrollinstanz bislang weitestgehend aus. Gewinnen die Demokraten bei den Midterms eine oder beide Kammern, könnte sich das ändern. Einige Szenarien.
Donald Trump tourt gerade so viel durchs Land, dass man denken könnte, er stünde selbst zu Wahl. In den vergangenen Wochen reiste der US-Präsident in zahlreiche Bundesstaaten, in einige sogar mehrfach. Bis zu den wichtigen Kongresswahlen am kommenden Dienstag sollen weitere Stopps folgen.
Die Midterms in der Mitte der Amtszeit eines US-Präsidenten gelten immer auch als eine Art Zwischenabstimmung über dessen Politik. Trump selbst befeuert das noch: «Stellt euch vor, ich stünde auf dem Stimmzettel», fordert er seine Anhänger beinahe täglich in seinen Wahlkampfreden auf.
Der US-Präsident glaubt trotz seiner schlechten Beliebtheitswerte, dass es ihm wie keinem anderen gelingt, die republikanische Wählerschaft zu mobilisieren. Sein Name steht nicht auf dem Stimmzettel, aber für ihn steht viel auf dem Spiel. Demoskopen sehen gute Chancen für ein starkes Abschneiden der Demokraten.
Ein Überblick, was Trump drohen könnte, sollten seine Republikaner eine oder beide Parlamentskammern verlieren:
Was der Verlust des Repräsentantenhauses bedeuten könnte
Sitzverluste der Republikaner im Repräsentantenhaus wären historisch betrachtet nicht verwunderlich. «In den vergangenen 25 Jahren hat nur ein Mal die Partei des amtierenden Präsidenten im Repräsentantenhaus nicht die Zwischenwahlen verloren», sagte die Politikwissenschaftlerin an der Freien Universität Berlin, Julia Simon, der Deutschen Presse-Agentur. Auch in den Jahrzehnten davor verlor die regierende Partei dort bei den Midterms fast immer Sitze, wie eine Übersicht des American Presidency Project zeigt.
Falls sich dieser Trend fortsetzt und die Demokraten so viele Sitze dazugewinnen, dass sie das Repräsentantenhaus erobern, könnten sie weitreichende Untersuchungen gegen den US-Präsidenten einleiten. Die Demokraten haben schon länger einige Themen im Visier: Trumps unpopulären Iran-Krieg etwa, das teils tödliche Vorgehen von US-Beamten im Zuge der Razzien gegen Migranten oder die geschäftlichen Aktivitäten der Familie Trumps.
Mit einer Mehrheit im Repräsentantenhaus könnten sie zudem Initiativen der Republikaner blockieren, da Gesetze wortgleich in beiden Kammern verabschiedet werden müssen. Besonders relevant: Die Demokraten hätten auch die Möglichkeit, Trumps Haushaltsgesetze zu torpedieren. Diese Macht könnten sie nutzen, um zu versuchen, Interessen ihrer Partei stärker durchzusetzen. Weitere Haushaltsstreite sind damit denkbar - genau wie weitere Stillstände der Regierungsgeschäfte, sollte es keine rechtzeitige Einigung über deren Finanzierung geben.