Warum ein Deal zwischen dem Iran und den USA so schwer ist
Autor: Mathis Richtmann, Cindy Riechau und Arne Bänsch, dpa
, Samstag, 13. Juni 2026
Die Hoffnung auf eine Einigung zwischen den USA und dem Iran wächst. Aber ist sie auch berechtigt? Und warum gestalten sich die Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien eigentlich so kompliziert?
Nach langem Hin und Her rund um ein Abkommen zwischen dem Iran und den USA scheint ein Deal in greifbare Nähe zu rücken. Laut dem Vermittler Pakistan haben sich Vertreter aus Washington und Teheran auf eine Vereinbarung verständigt. Sowohl US-Präsident Donald Trump als auch die Führung im Iran hatten zuvor signalisiert, dass ein Abkommen kurz vor dem Abschluss steht. Aber was soll darin festgehalten werden - und könnte der vorläufige Kompromiss wirklich auf ein Ende des Kriegs hinauslaufen?
Was ist über den aktuellen Verhandlungsstand bekannt?
Im Gespräch ist derzeit zunächst einmal ein sogenanntes Rahmenabkommen zur Beendigung des Kriegs zwischen dem Iran und den USA, das Ausgangspunkt für vertiefte Verhandlungen innerhalb eines Zeitrahmens von 60 Tagen sein könnte.
Trump zufolge sieht die Vereinbarung eine Öffnung der für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Straße von Hormus vor. Medienberichten zufolge soll dieser Schritt binnen 30 Tagen vollzogen sein - und im Gegenzug laut Trump die US-Seeblockade iranischer Häfen aufgehoben werden.
Die Vereinbarung soll laut einem ranghohen US-Beamten zudem dazu führen, dass das iranische Atomprogramm zurückgebaut wird - und die Vereinigten Staaten das angereicherte Uran erhalten, das sonst theoretisch für den Bau von Atomwaffen genutzt werden könnte, wie nicht nur Israels Regierung befürchtet. Das Material solle vor Ort unschädlich gemacht und anschließend aus dem Land gebracht werden, erklärte der US-Beamte.
Nach US-Darstellung hat Teheran auch zugestimmt, Terrorgruppen in der Region nicht weiter zu finanzieren. In der Vereinbarung soll demnach ferner festgehalten werden, dass die territoriale Souveränität des Irans respektiert wird.
Eingefrorene iranische Vermögenswerte im Ausland könnten freigegeben werden – jedoch laut Regierungskreisen in Washington nicht direkt mit der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens. Vielmehr würden solche Schritte genau wie Lockerungen von Sanktionen erst erfolgen, wenn Teheran entsprechende Gegenleistungen erbracht hat.
Der Iran hält sich mit Angaben zum Inhalt des möglichen Abkommens bedeckt. Außenminister Abbas Araghtschi bestätigte nur, dass ein Deal zum Greifen nah sei. «Bis zur endgültigen Fertigstellung sollten sich die Medien mit Spekulationen über ihren Inhalt zurückhalten», fügte er hinzu. Die Iraner betrachten die USA ohnehin kaum noch als verlässlichen Verhandlungspartner - und umgekehrt gilt dasselbe.