Wander-Urlaub auf Madeira: Ohne Wege-Buchung droht Touristen Bußgeld
Autor: Julia Gebhardt
Funchal, Samstag, 28. Februar 2026
Einmalige Natur und mildes Klima: Die portugiesische Insel Madeira begeistert viele Wanderurlauber - doch die müssen in Zukunft neue Regelungen beachten.
Mitten im Atlantischen Ozean, rund 1.000 Kilometer westlich der portugiesischen Küste, liegt ein Fleckchen Erde, das fast unwirklich scheint: Madeira. Die portugiesische Insel, oft als "Blumeninsel" oder "Perle des Atlantiks" bezeichnet, begeistert Besucherinnen und Besucher aus aller Welt mit einer atemberaubenden Naturkulisse – von zerklüfteten Vulkanklippen über üppige Lorbeerwälder bis hin zu blühenden Gärten in leuchtendem Rot und Violett.
Was die autonome Region Madeira so besonders macht, ist die einzigartige Kombination aus mildem Klima das das ganze Jahr über herrscht, wilder Natur und einer lebendigen Kultur, die portugiesische Tradition mit atlantischer Weltoffenheit verbindet. Ob beim Wandern entlang der legendären Levadas – den jahrhundertealten Bewässerungskanälen –, beim Genuss eines Glases einheimischen Madeira-Weins oder beim Blick von den schroffen Gipfeln des Pico Ruivo über das endlose Blau des Ozeans: Die Insel hinterlässt einen bleibenden Eindruck - auch bei unserer Autorin, die dort im Herbst 2025 wandern war.
Inselparadies Madeira macht Wanderwege kostenpflichtig
Im Oktober, dem Mangomonat, zeigt sich die Blumeninsel von ihrer schönsten Seite. Alles blüht und es fühlt sich von der Temperatur und den Sonnenstunden an wie Spätsommer in Italien. Doch obgleich Madeira wegen der faszinierenden Landschaft zu Recht als Wanderparadies gilt, sind die Rahmenbedingungen dort für outdoorbegeisterte Touristen und Backpacker nicht ideal. Denn Madeira verfügt über eine Reihe geschützter Land- und Meeresgebiete - insgesamt sind derzeit etwa zwei Drittel der Gesamtfläche der Insel Madeira als Schutzgebiet ausgewiesen. Viele Wanderrouten führen damit unweigerlich durch die geschützten Gebiete.
Wildcamping ist deswegen streng verboten. Gleichzeitig gibt es auf der Insel nur wenige Areale, in denen Camping erlaubt ist - und der Aufenthalt dort erfordert frühzeitige Planung, denn die Camp Spots müssen vorab über die offizielle Portalseite von Madeira gebucht werden. Teilweise sind die zur Verfügung stehenden Plätze durch das begrenzte Angebot allerdings schon Wochen oder sogar Monate vorher ausgebucht.
Alle Touristen, die auf Madeira nicht nur in der Sonne liegen und Poncha trinken wollen, müssen jetzt stark sein: Denn seit Anfang 2026 werden neben den Gebühren für den Aufenthalt in den Camping Arealen zusätzlich Gebühren für die Benutzung der Wanderwege erhoben. Die "Fußgängerweggebühr" liegt für eine Einzelperson pro Wanderstrecke bei 4,50 Euro.
Wandern auf Madeira ab 2026: Gebühren oder Bußgeld
Wer einen längere Tour plant, der kann auch gleich ein Ticket für kombinierte Routen erwerben: Zur Auswahl stehen eine Tagesgebühr für neun Euro, eine 3-Tages-Gebühr für 22,50 Euro oder sogar eine 7-Tages-Gebühr in Höhe von 52,50 Euro. In allen drei Varianten ist jedoch der Streckenabschnitt "PR1 - Vereda do Areeiro" nicht enthalten.
Laut dem Portal bestehe derzeit keine Möglichkeit, die Tages- oder Mehrtagesgebühr (3 oder 7 Tage) direkt über das SIMplifica-Portal zu bezahlen. Vielmehr solle der Nutzer "die gewünschten Routen auswählen" und das System wende dann "automatisch den günstigsten Tarif an". Derzeit gibt es keine Möglichkeit, die Routen-Gebühren direkt in Kombination mit den Camp-Gebühren zu buchen.