Vermittler wollen neue Waffenruhe im Iran-Krieg
Autor: Lars Nicolaysen, dpa
, Dienstag, 21. Juli 2026
Militärschläge und diplomatische Initiativen laufen parallel. Wird es eine neue Waffenruhe im Iran-Krieg geben oder spitzt sich der Konflikt weiter zu? Es geht dabei auch um einen anderen Konflikt.
Während die Militärschläge der USA im Iran seit nunmehr zehn Nächten andauern, bemühen sich die Vermittler Berichten zufolge um eine neue Waffenruhe. Katar, Ägypten, Pakistan und andere regionale Vermittler hätten den beiden Kriegsparteien einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe unterbreitet, erfuhr das US-Nachrichtenportal «Axios» aus Quellen. Auch das «Wall Street Journal» berichtete über den Vorschlag.
Die Vermittler fürchteten, Washington und Teheran könnten in einen Kreislauf geraten, in dem sie den Konflikt zwar unterhalb der Schwelle eines umfassenden Krieges halten, aber die regionalen Volkswirtschaften auf unbestimmte Zeit beeinträchtigen, schrieb die Zeitung. Die US-Regierung prüfe den Vorschlag derzeit und habe Israel aufgefordert, Maßnahmen zu vermeiden, die das diplomatische Fenster schließen könnten, zitierte «Axios» US-Beamte.
US-Präsident Donald Trump empfängt heute Libanons Präsidenten Joseph Aoun. Bei dem ersten Besuch eines libanesischen Staatschefs im Weißen Haus seit 2009 dürfte es vorrangig um eine Festigung der geltenden Waffenruhe zwischen Israel und der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz im Libanon gehen.
Seit April führen Israel und der Libanon zum ersten Mal seit Jahrzehnten direkte politische Gespräche, wobei die libanesische Regierung keine Kriegspartei ist. Die Hisbollah-Miliz ist an den Gesprächen nicht beteiligt. Die USA, die in dem Konflikt vermitteln, fordert genauso wie der Verbündete Israel eine Entwaffnung der Hisbollah, was diese ablehnt. Aoun erhofft sich von Trump ein Einwirken auf Israel, seine Truppen vollständig aus dem Südlibanon abzuziehen. Trotz der Waffenruhe greift Israel weiterhin Ziele in dem nördlichen Nachbarland an.
Die Führung in Teheran verlangt für ein endgültiges Abkommen zur Beendigung des Krieges mit Washington nicht nur unter anderem die eigene Kontrolle über die Straße von Hormus, sondern auch ein dauerhaftes Ende des militärischen Konflikts zwischen dem Erzfeind Israel und der mit ihr verbündeten Hisbollah.
Vorerst aber geht die Gewalt weiter. «Jedes Mal, wenn der Iran einen amerikanischen Soldaten tötet, wird er diesen Tod um ein Vielfaches bezahlen!», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, bevor das US-Militärkommando die jüngste Angriffswelle am Morgen für beendet erklärte. Ziel seien wieder militärische Einrichtungen gewesen, darunter Luftverteidigungssysteme, Kommandozentralen und Startanlagen für Drohnen und Raketen, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom mit.
Iranische Medien berichteten zuvor über Explosionen unter anderem im Raum Konarak in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan, der Hafenstadt Tschahbahar am Golf vom Oman, der Stadt Schiras im zentralen Süden, bei der Insel Gheschm in der Straße von Hormus sowie der Großstadt Bandar Abbas. Das US-Militär will mit den Angriffen Irans Attacken auf Handelsschiffe in der für den globalen Energiehandel wichtigen Straße von Hormus unterbinden.