Streitpunkt Uran: Vance sieht Führung in Teheran am Zug
Autor: dpa
, Dienstag, 14. April 2026
Die USA hatten den Krieg gegen den Iran eigentlich schon für gewonnen erklärt. Bei ihrer Hauptforderung zeichnet sich indes keine Annäherung ab. Ob und wann weiter verhandelt wird, ist offen.
Nach der ergebnislosen ersten Runde direkter Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran seit Kriegsbeginn spricht US-Vizepräsident JD Vance dennoch von echten Fortschritten. Er sieht jedoch den Iran am Zug, beim Thema Atomprogramm einzulenken. Medienberichten zufolge liegen die Forderungen der beiden Seiten weit auseinander.
US-Präsident Donald Trump verschärft derweil die Gangart gegen die Führung in Teheran und verwehrt Schiffen in der Straße von Hormus die Passage, sofern sie iranische Häfen als Ziel oder Startpunkt haben. Ob es zu einer weiteren Verhandlungsrunde kommt, ist noch offen. Unbestätigten Berichten zufolge steht ein zweites Treffen an diesem Donnerstag im Raum.
Vance nennt zwei Knackpunkte aus den Verhandlungen
Trotz bestehender Differenzen sei bei den Verhandlungen in Pakistan am Wochenende vieles in die richtige Richtung gelaufen, sagte Vance dem Sender Fox News. «Wir haben große Fortschritte gemacht.» Jetzt sei allerdings Teheran am Zug, bei dem wichtigsten Punkt aus US-Sicht Zugeständnisse zu machen - dem Atomprogramm.
Den USA geht es laut Vance vor allem um zwei Dinge: das hochangereicherte Uran außer Landes zu schaffen und Teheran daran zu hindern, erneut Uran anzureichern. In diesen beiden Punkten seien die Iraner auf die USA zugegangen. «Aber sie haben sich nicht weit genug bewegt», sagte Vance. Ob und wann es zu weiteren Verhandlungen kommt, ließ er auf Nachfrage offen.
Peseschkian unterstellt US-Seite fehlenden politischen Willen
Die USA und der Iran hatten am Wochenende in Islamabad direkte Gespräche unter Vermittlung Pakistans geführt, die ohne greifbares Ergebnis zu Ende gingen. Die iranische Seite hatte unter anderem von «überzogenen Forderungen» der USA gesprochen.
Der iranische Präsident Massud Peseschkian machte nun erneut die USA für das Scheitern der Friedensgespräche verantwortlich. Übertriebene Forderungen und der «mangelnde politische Wille hochrangiger US-Beamter» hätten eine Einigung verhindert, sagte Peseschkian laut einem Bericht des staatlichen englischsprachigen Senders PressTV in einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron.
Berichte: USA wollen 20-jähriges Uran-Moratorium
Medienberichten zufolge forderten die USA vom Iran, 20 Jahre lang auf die Anreicherung von Uran zu verzichten. Das berichten das Nachrichtenportal «Axios» und das «Wall Street Journal» unter Berufung auf informierte Quellen. Mit einer entsprechenden Forderung würden die USA ihre bisherige Position aufweichen: US-Präsident Donald Trump hatte erst jüngst betont, es werde keine Urananreicherung geben.