Die Verhandlungen zwischen Regierungsvertretern aus Washington und Teheran gehen in eine entscheidende Runde. Viel steht auf dem Spiel.
Vor dem Hintergrund militärischer Spannungen gehen die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in eine entscheidende Runde. Delegationen beider Staaten wollen sich heute erneut in Genf treffen. Wieder vermittelt dabei der Golfstaat Oman. US-Präsident Donald Trump hatte der Regierung in Teheran vor einer Woche ein Ultimatum bis Anfang März gestellt. «Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird für sie bedauerlich», sagte er. Antworten auf zentrale Fragen:
Worüber verhandeln die USA und der Iran?
Im Fokus der Gespräche steht das umstrittene iranische Atomprogramm. Die USA und andere westliche Länder wollen verhindern, dass die Islamische Republik an Atomwaffen gelangt. Während Teheran beteuert, sein Nuklearprogramm nur zivil zu nutzen, ist die Staatsführung zu Kompromissen bei der Einschränkung bereit. Dazu zählt etwa, Uran nur bis zu einem geringen Prozentsatz anzureichern, wie es bereits 2015 im Wiener Atomdeal vereinbart worden war. Trump hatte dieses Abkommen 2018 einseitig aufgekündigt.
Teheran hat jedoch nach außen gleich mehrere rote Linien definiert. Die Industrie zur Urananreicherung wolle man nicht vollständig aufgeben, nicht verhandelbar sei außerdem eine Begrenzung des Raketenprogramms. Teheran betrachtet sein Arsenal als einzige wirksame militärische Abschreckung.
Auch über eine Unterstützung militanter Gruppen in der Region, wie etwa der Hisbollah im Libanon, will die iranische Seite nicht sprechen.
Was will Irans Staatsführung erreichen?
Die iranische Regierung hatte bereits bei den letzten Verhandlungen mit den USA eine Aufhebung der harten Wirtschaftssanktionen als Ziel formuliert. Die Strafmaßnahmen haben das Land vom internationalen Finanzmarkt weitgehend abgeschottet und Investoren abgeschreckt. Sie gelten als Grund für die katastrophale Wirtschaftslage, die die Mittelschicht ausgehöhlt und Teile der Bevölkerung an den Rand der Armut gedrängt hat.
Angesichts der militärischen Drohungen dürfte Irans Regierung jedoch auch das Ziel verfolgen, einen Krieg gegen das eigene Land abzuwenden. Die Staatsführung betonte zuletzt ihre Bereitschaft zu einem Abkommen, stellte zugleich aber auch eine militärische Eskalation in Aussicht. Präsident Massud Peseschkian drohte mit einem «umfassenden Krieg», sollte etwa Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei angegriffen werden. Trump hatte in den vergangenen Wochen mehrfach erklärt, ein Machtwechsel im Iran liege in seinem Interesse.
Chamenei selbst warnte die USA Anfang Februar: «Die Amerikaner sollen wissen, wenn sie einen Krieg vom Zaun brechen, wird es dieses Mal ein regionaler Krieg sein.» Der Iran wolle keinen Krieg und werde ihn auch nicht beginnen. Der Religionsführer hat in allen strategischen Belangen das letzte Wort in Teheran.