USA und Iran ohne Einigung: Wie geht es nun weiter?
Autor: den dpa-Korrespondenten
, Sonntag, 12. April 2026
Verhandlungsmarathon, aber kein Deal - die Kriegsparteien Iran und USA konnten sich vorerst nicht auf einen Weg zum Frieden einigen. Gehen die gegenseitigen Angriffe nun wieder los?
Nach wochenlangem Krieg wurden große Hoffnungen in die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran gesetzt. 21 Stunden dauerten die Gespräche in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad an. Sie endeten ohne Ergebnis, aber was bedeutet das?
In welchen Punkten waren die Kriegsparteien uneins?
US-Vizepräsident JD Vance, der die Verhandlungen für die USA führte, sagte nicht, was genau die Knackpunkte waren. Er sagte lediglich, man habe bislang nicht gesehen, dass sich der Iran grundlegend dazu verpflichte, langfristig keine Atomwaffen zu entwickeln - eine Kernforderung der USA.
Aus iranischer Sicht verhinderten zwei zentrale Punkte die Einigung. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, sagte, die Positionen hätten dabei zu weit auseinander gelegen. Bei anderen Themen habe man sich jedoch geeinigt. Auch Baghai benannte die kritischen Themen nicht. Iranischen Medienberichten zufolge soll es den größten Streit bei Fragen rund um die Straße von Hormus gegeben haben.
Der Iran beansprucht die Kontrolle der für den weltweiten Energiehandel wichtigen Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman und plant die Einführung eines Mautsystems. Die USA hingegen fordern eine freie und sichere Durchfahrt von Schiffen ohne Gebühr - wie es auch vor dem Krieg der Fall war. Die Öffnung der vom Iran faktisch blockierten Meerenge ist neben der Verhinderung einer iranischen Atombombe ein zentrales Anliegen der USA.
Sind die Friedensbemühungen nun gescheitert?
Beide Seiten schlagen die Tür nicht ganz zu. Vance sagte, man habe einen Vorschlag an den Iran mit einem Angebot zurückgelassen - was dieses beinhaltet, war jedoch unklar. Irans Außenamtssprecher Baghai schloss weitere Verhandlungen nicht aus und betonte, die Diplomatie ende nie.
Bente Scheller, Nahost-Expertin der Heinrich-Böll-Stiftung, sagte im Deutschlandfunk, beide Seiten hätten Maximalforderungen gestellt. Noch sei aber nicht alles in Stein gemeißelt. Die Waffenruhe sei insgesamt auf zwei Wochen angesetzt und das sei Zeit, in der man noch weiter verhandeln könnte.
Der Politikwissenschaftler Nico Lange schrieb auf X: «Ein "Deal" beim ersten Treffen zwischen USA und Iran war nicht erwartbar, im besten Fall ist der Einstieg in einen längeren zähen Verhandlungsprozess gelungen.»