USA und Israel verstärken Angriffe auf Iran - Ölpreis steigt
Autor: dpa
, Samstag, 07. März 2026
Auch nach einer Woche ist ein Ende des Iran-Kriegs nicht in Sicht. Die USA und Israel intensivieren ihre Angriffe sogar noch. Teheran schlägt zurück - und treibt damit die Ölpreise nach oben.
Ungeachtet stark gestiegener Ölpreise intensivieren die USA und Israel ihre Angriffe auf den Iran. «Heute Nacht wird unser schwerstes Bombardement stattfinden», sagte US-Finanzminister Scott Bessent dem Sender Fox Business mit Blick auf die Nacht zum Samstag. Auch Israels Luftwaffe flog Armeeangaben zufolge eine weitere «breite Welle» Angriffe in Teheran. Für Aufmerksamkeit sorgten zudem von der US-Regierung nicht bestrittene Berichte, wonach Russland dem Iran Informationen über amerikanische Truppen und mögliche Ziele im Nahen Osten liefert.
Irans staatliche Medien verbreiteten nach den jüngsten Angriffen Aufnahmen von enormen Bränden am Flughafen Mehrabad in der Hauptstadt. Im Gegenzug griff der Iran Israel erneut mit Raketen an. Diese wurden abgefangen. Zudem versuchte der Iran mit Drohnen ein Ölfeld in Saudi-Arabien zu attackieren. Es seien sechs in Richtung des riesigen Ölfelds Schaiba gestartete Drohnen abgefangen und zerstört worden, teilte das Verteidigungsministerium in Riad mit.
Lager der Ölproduzenten am Persischen Golf füllen sich rasch
Derzeit passieren aus Sorge vor Angriffen des Irans kaum noch Schiffe die für Öl- und Gastransporte wichtige Straße von Hormus. Der Iran wies jedoch Berichte über eine vollständige Sperrung zurück. Man lasse alle Schiffe passieren - mit Ausnahme von US- und israelischen Schiffen. «Die haben da nichts zu suchen», sagte Armeesprecher Abolfasl Schekartschi im Fernsehen.
Nach Informationen der US-Zeitung «Wall Street Journal» füllen sich die großen Öllagerstätten in Saudi-Arabien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten inzwischen so schnell, dass die beiden Länder in weniger als drei Wochen ihre Kapazitätsgrenzen erreichen dürften. Kuwait habe derweil wegen fehlender Lagerkapazitäten bereits begonnen, seine Ölproduktion zu drosseln. Sollte die Produktion deutlich sinken, dürften die Ölpreise weiter steigen.
Bessent: Könnten Sanktionen auf russisches Öl lockern
Die Ölpreise ziehen wegen der Versorgungsprobleme an. Am Freitagnachmittag wurde Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai erstmals seit April 2024 über 90 US-Dollar je Barrel (159 Liter) gehandelt. Vor dem Krieg lag der Preis im Februar noch um die 70 US-Dollar.
Um für mehr Angebot zu sorgen, brachte US-Finanzminister Bessent die Möglichkeit einer weiteren Lockerung der Sanktionen auf russisches Öl ins Spiel. «Wir könnten weitere russische Öllieferungen von Sanktionen befreien», sagte er Fox Business. «Wir werden weiterhin regelmäßig Maßnahmen ankündigen, um den Markt während dieses Konflikts zu entlasten.»Zuvor hatten die USA indischen Raffinerien am Donnerstag erlaubt, für einen begrenzten Zeitraum bereits auf Tanker verladenes russisches Öl zu kaufen.
Die Rolle Moskaus bei Irans Gegenangriffen
US-Medienberichte, wonach Russland den Iran mit Standortangaben sowie Bewegungsdaten von amerikanischen Truppen, Schiffen und Flugzeugen versorge, dementierte die US-Regierung zunächst nicht. Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte dazu dem Sender CBS News, die USA beobachteten alles.