USA erhöhen mit neuen Angriffen und Drohungen Druck auf Iran
Autor: dpa
, Donnerstag, 16. Juli 2026
Eng getaktete Angriffe, Drohungen, blockierte Schiffe: Der Krieg gewinnt wieder an Fahrt und erfasst längst die ganze Region. Doch der US-Präsident bescheinigt dem Iran auch eine Geste guten Willens.
Nach den neuen Angriffen und Drohungen der USA gegen den Iran scheint eine diplomatische Lösung erneut in weite Ferne gerückt zu sein. Das US-Militär startete am Mittwoch gleich zwei Angriffswellen und attackierte zudem ein Schiff, das gegen die Blockade iranischer Häfen verstoßen haben soll.
US-Präsident Donald Trump drohte erneut mit der Zerstörung ziviler Infrastruktur, ehe er wenig später versöhnliche Töne anschlug. Der Iran habe einer Ende 2024 in Haft genommenen US-Bürgerin erlaubt, das Land zu verlassen, teilte Trump auf Truth Social mit. «Die Vereinigten Staaten von Amerika wissen diese Geste des guten Willens seitens des Irans zu schätzen!» Details zu der Frau nannte Trump nicht, er schrieb bloß, dass sie sich außer Landes befinde und in Sicherheit sei.
Zwei Angriffswellen an einem Tag
Allein am Mittwoch hatte das US-Militär zwei weitere Angriffswellen gegen den Iran gestartet. Die jüngste begann um 15.00 US-Ostküstenzeit (21.00 Uhr deutscher Zeit) und endete sechs Stunden später, wie das für die Region zuständige Kommando des US-Militärs (Centcom) auf der Plattform X mitteilte. Attackiert wurden demnach Kommandozentren, Flugabwehrstellungen und andere militärische Ziele. Mit den Angriffen sei die Fähigkeit des Irans eingeschränkt worden, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu bedrohen.
Die regierungsnahe iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete von drei Explosionen in der Hafenstadt Tschabahar. Angriffe soll es demnach auch in Rask im äußersten Südosten des Landes sowie in der Umgebung von Bandar Abbas am Persischen Golf und in Ahwas im Südwesten gegeben haben. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete unter Berufung auf einen lokalen Behördenvertreter, vier Orte am Rande von Ahwas seien getroffen worden. Das US-Militär sprach von «zahlreichen Zielen», erwähnte konkret aber nur Bandar Abbas und die größere der beiden Tunb-Inseln.
Sirenen heulen in Bahrain
Kurz nach Beginn der neuen Angriffswelle auf Ziele im Iran waren in den mit den USA verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain wieder Sirenen und Explosionsgeräusche zu hören. Die Flugabwehr sei wegen Drohnenattacken aktiviert worden, teilte die Armee des Emirats Kuwait auf der Plattform X mit. In Bahrain wurde die Bevölkerung aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Wie schon in den Nächten zuvor wurde auch diesmal nichts Näheres bekannt. Beide Länder sind im Krieg aber immer wieder Ziel iranischer Vergeltungsangriffe.
In Kuwait fingen die Streitkräfte schon am Mittwoch nach eigenen Angaben vier Marschflugkörper und 21 Drohnen ab, die in den Luftraum des Landes eingedrungen waren. Das US-Militär unterhält dort wie auch in Bahrain und anderen arabischen Staaten der Region Militärstützpunkte.
UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich «zutiefst besorgt» von der anhaltenden militärischen Eskalation in der Region. Er rief alle Beteiligten auf, sofort zu deeskalieren und zu Dialog und Diplomatie zurückzukehren. Sollten die Kampfhandlungen wieder in vollem Umfang aufgenommen werden, drohten «katastrophale Konsequenzen», warnte er. Zudem bekräftigte Guterres, der freie Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus müsse sichergestellt werden.