USA: Seeblockade gestartet - Iran spricht von «Piraterie»
Autor: dpa
, Montag, 13. April 2026
Eskalation, Bluff oder Mittel diplomatischer Verhandlungen? Die von den USA verkündete eigene Sperrung der Straße von Hormus sorgt für Unruhe.
Die USA haben eigenen Angaben nach mit der Blockade der Straße von Hormus begonnen. Das teilte ein Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur mit. US-Präsident Donald Trump bestätigte später vor Reportern in Washington, die Blockade sei wie geplant in Kraft getreten.
Das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) hatte am Sonntag mitgeteilt, ab diesem Montag 10.00 Uhr US-Ostküstenzeit (16.00 Uhr MESZ) bestimmte Schiffe an der Durchfahrt durch die Meerenge zu hindern. Blockiert werden sollen demnach Schiffe, die einen iranischen Hafen als Start oder Ziel haben. Dies schließe iranische Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman ein, hieß es.
Zugleich hatte das US-Militär erläutert, dass die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus ohne iranischen Ziel- oder Startpunkt nicht beeinträchtigt werden solle. Die Ankündigungen nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran lösten Reaktionen an den Börsen aus - und sorgten für Empörung im Iran.
Bericht: Mehr als 15 US-Kriegsschiffe könnten Einsatz unterstützen
Das «Wall Street Journal» berichtet unter Berufung auf einen hochrangigen US-Beamten, dass mehr als 15 US-Kriegsschiffe bereit seien, den Einsatz zu unterstützen. Laut Vertretern des Militärs hätten die USA einen Flugzeugträger, mehrere Lenkwaffenzerstörer, ein amphibisches Angriffsschiff sowie weitere Kriegsschiffe im Nahen Osten, schreibt die Zeitung.
Einige der Schiffe seien in der Lage, Handelsschiffe in bestimmte Gebiete zu eskortieren, um sie dort festzuhalten. Das Blatt zitiert einen ehemaligen hochrangigen Soldaten der US-Marine mit der Einschätzung, dass die Kriegsschiffe wahrscheinlich außerhalb der Straße von Hormus eingesetzt würden, um eine Bedrohung durch den Iran zu vermeiden.
Nach Informationen des «Wall Street Journal» erwägen Trump und seine Berater außerdem, auch begrenzte Militärschläge im Iran wieder aufzunehmen, um die festgefahrenen Gespräche wieder in Gang zu bringen.
Iran spricht von «Piraterie»
Irans Streitkräfte bezeichneten die Seeblockade als «Akt der Piraterie». Einschränkungen für den Schiffsverkehr in internationalen Gewässern seien eine illegale Maßnahme, sagte ein Sprecher der iranischen Militärführung laut der Nachrichtenagentur Tasnim. «Die Sicherheit der Häfen im Persischen Golf und im Golf von Oman ist entweder für alle oder für niemanden.»